Dümmer : Achtsam in den Landtag

Anke Gräber will etwas bewegen, im Kleinen wie im Großen. Die ehrenamtliche Bürgermeisterin von Dümmer kandidiert zur Landtagswahl am 4. September für die „Achtsamen Demokraten“.
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Anke Gräber will etwas bewegen, im Kleinen wie im Großen. Die ehrenamtliche Bürgermeisterin von Dümmer kandidiert zur Landtagswahl am 4. September für die „Achtsamen Demokraten“.

Anke Gräber will etwas bewegen – für die Dörfer, die Menschen an der Basis, die Kinder, das Handwerk / Denkzettel für große Parteien

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12. August 2016, 12:00 Uhr

Erst hat sie sich schon gefragt, „Mensch, kann ich das?“ Das war bisher bei jeder neuen Aufgabe so. Das Engagement im Sportverein, dann in der Gemeindevertretung, seit zwei Jahren als Bürgermeisterin von Dümmer... und ab September vielleicht als Landtagsabgeordnete in Schwerin? „Man wächst mit seinen Aufgaben“, sagt Anke Gräber. Sie sei zwar nicht studiert und auch keine Vielrednerin. Aber sie wisse, was an der Basis, in den Dörfern, in den Kommunen los ist, und packe die Dinge lieber einfach an, die für die Menschen wichtig seien.

Die 46 Jahre alte Raumausstatterin, die seit ihrer Kindheit in Dümmer lebt und dort auch nie weg wollte, möchte in die große Politik, was bewegen. „Uns ärgert es, warum wir oft nicht weiterkommen“, sagt sie. Wir, das sind zumeist Bürgermeister, die im ganzen Land für die „Achtsamen Demokraten“ ins Rennen um die Landtagssitze am 4. September in Mecklenburg-Vorpommern gehen. Und: „Wir wissen, was wir wollen“, sagt die ehrenamtliche Bürgermeisterin. Auch wenn jeder so seine eigenen Sorgen hätte.

Anke Gräber erlebt Vieles in ihrer Gemeinde. Den „Zentralisierungswahn“ zum Beispiel. Dümmer hat ein genehmigtes Baugebiet, für das es sehr viele Anfragen gibt. Aber das Raumordnungsverfahren in Schwerin untersagt das Vorhaben. „Ihr dürft nur drei Prozent wachsen“, erinnert sich Anke Gräber an die Begründung. Mehr sei nur in den Zentren möglich. Aber „kleine Dörfer haben auch ihren Charme, und wenn sie nicht auch ein bisschen wachsen dürfen“, wirke sich das negativ auf die gesamte Infrastruktur aus – kein Einkaufsmarkt, keine Ärzte, kein Bäcker...

Ihr Ziel sei es, dass die Dörfer erhalten bleiben und nicht zwangsfusionieren müssen. Dafür bräuchten sie mehr Geld, und die Regierung habe so viel Überschuss, während die Dörfer oft rumknapsen müssten. Doch „das Land sind die Bürger, und die sind wichtig.“

Ein weiteres Thema sind die Windeignungsgebiete. „Da frag’ ich mich doch, was ist wichtig, Menschen oder Profite?“ Außerdem müssten Kinder mehr begleitet werden, bisher stehe viel Bürokratie hinter der Kinderbetreuung. Und das Ehrenamt möchte sie fördern, denn das sei wichtig, vor allem in den Dörfern. Genauso das Handwerk. Das liege ihr am Herzen. Kleinere Betriebe sollten mehr bei Ausschreibungen berücksichtigt werden.

„Es ist ja immer die Frage: Man kann meckern, aber man kann auch was bewegen“, sagt Anke Gräber. Und sie sehe es hier, im Kleinen, was die Menschen vor Ort bewegt. Genau da will sie auch ansetzen, sollte sie ab September im Schweriner Landtag sitzen. Wie es dann in ihrer Firma weitergeht, weiß die verheiratete Frau und zweifache Mutter noch nicht genau. Aber da werde sich eine Lösung finden. Dass noch viel Neues auf sie zukommt, sieht sie positiv. „Es macht ja auch Spaß, wenn am Ende was Gutes bei rauskommt.“ Und selbst wenn es mit dem Landtag nicht klappt, „haben wir trotzdem den großen Parteien einen Denkzettel verpasst.“

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