Alpincenter Wittenburg : Abschied von schummriger Piste

Mathijs van Grieken (li.) von der Geschäftsführung des Alpincenters lässt sich in der Halle vom Fortgang der Arbeiten berichten.
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Mathijs van Grieken (li.) von der Geschäftsführung des Alpincenters lässt sich in der Halle vom Fortgang der Arbeiten berichten.

Wittenburgs Alpincenter bekommt derzeit nicht nur eine hochmoderne Beleuchtung. Holländischer Betreiber startet Investitionsoffensive

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16. November 2017, 05:00 Uhr

Sie haben ein schwarzes Gehäuse, verbrauchen viel weniger Strom als ihre Vorgänger, werden lange nicht so warm und sind um einiges heller. Es geht um die hochmodernen LED-Strahler, die derzeit in Europas größter Skihalle in luftiger Deckenhöhe von etwa 23 Metern montiert werden. Ein Team von Industriekletterern besorgt das. Bis Ende kommender Woche, so versprach es Mathijs van Grieken von der Geschäftsführung des Alpincenters, soll die Pistenbeleuchtung komplett erneuert sein. Dann gäbe es keine dunkle oder schlecht beleuchtete Abfahrt in Wittenburg mehr.

Das Beleuchtungsproblem ist quasi ein Konstruktionsfehler, der die Skihalle über Jahre schleichend begleitet hat. Denn die komplette Beleuchtung hielt nicht lange durch nach der Eröffnung. Zudem stellte sich schnell heraus, das die Elektroanlage für die 150 Lampen mit einer Leistung von je 1 000 Watt zu klein ausgelegt war. Schnell stiegen die ersten Lampen aus und wurden nicht repariert. Und so wurde es mit der Zeit immer ein wenig dunkler auf der 330 Meter langen und gut 80 Meter breiten Piste. Das gab der Technikchef der Halle, Nico Czybik, zu, der sichtlich stolz den Hamburger Kletterern zur Hand ging.

Die Männer mussten die neuen Lampen nicht nur in 23 Meter Höhe anbringen, sie hatten auch ständig mit Minus zwei bis drei Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent zu kämpfen. Die Spezialisten, die mit zwei Teams derzeit in der Halle arbeiten, gehören zum Hamburger Unternehmen Hanse-Climbing.

Umsonst ist die Umrüstung von Schummerlicht zum hellen LED-Lichtdom nicht zu bekommen. Die neuen Lampen, die eine Leistung von 400 Watt haben kosten zwischen 400 und 800 Euro das Stück.

Wichtiger Vorteil neben der Helligkeit – die neuen Leuchten werden lange nicht so warm wie ihre Vorgänger. Die entwickelten vor ihrem Glasschirm eine Temperatur von 95 Grad. Technikleiter Czybik: „Als noch alle alten Lampen funktionierten, haben wir das damals schnell gemerkt. Bei vollem Licht stieg die Temperatur in der Riesenhalle um 0,8 Grad. Zum Vergleich, wenn wir 800 Menschen auf der Piste haben, macht das 0,5 Grad Celsius aus.“ Die neuen Lampen werden im übrigen nur noch bis zu 35 Grad warm.

Bei neuem Licht soll es im Alpincenter aber nicht bleiben. Denn der Umbau der Beleuchtung ist Teil eines größeren Investitionsprogrammes der van der Valk Gruppe. Vor allem seit dem Wechsel der Geschäftsführung vor Ort, hat sich in Sachen Investitionen einiges gedreht. Bis dahin war das Riesenobjekt im wesentlichen auf Verschleiß gefahren worden. Das hatte auch immer mit den unsicheren Zukunftsaussichten und den Problemen nach der monatelangen Schließung im Jahre 2011 zu tun. Doch mit Carlijn van der Valk und ihrem Lebenspartner Mathijs van Grieken dreht sich das.

Seit dem läuft in vielen Teilen des Geländes ein Investitionsprogramm an. Und das völlig unabhängig von der noch anstehenden Entscheidung über das Projekt „Wittenburg Village“.

Am meisten zu entdecken ist dabei im Hotel, das zu dem Komplex gehört. Bis zum kommenden Jahr, das bestätigte auch van der Valk Sprecher Volker Wünsche, soll das 124-Zimmer-Haus vollständig saniert werden. Nach Standards des holländischen Konzerns, der in seinem Mutterland im übrigen bedeutender als Mc Donalds ist. In 40 Zimmern sind die Arbeiten bereits weit fortgeschritten, auch die Lobby des Hotels strahlt in neuem Glanz. Die Kosten wurden vom Unternehmen auf einige tausend Euro pro Zimmer beziffert. Zudem sollen auch einheimische Firmen an den Ausbauarbeiten beteiligt sein. Eine neue Kassenzone in der Skihalle, erneuerte Bestuhlungen in den Restaurants sind weitere Indizien für die Sanierung der in die Jahre gekommenen Halle.

Nicht zuletzt wird auch der alpine Spitzensport vom neuen, gleißenden Licht in der Skihalle profitieren. Bis vor wenigen Tagen trainierten Spitzenmannschaften zahlreicher Länder in Wittenburg, auch deutsche Athleten. Insgesamt hatten sich mehr als 30 Teams dauerhaft einquartiert. Denn die Schneelage in den Alpen war nicht gut. In Wittenburg war hingegen alles stabil, und nun wird auch noch die Sicht viel besser werden.

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