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Zivilisten bewachen bald Kaserne : Abschied von der Soldaten-Wache

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ab April soll Hagenows Kaserne nur noch von Zivilisten bewacht werden / 2016 hat dann auch kein Soldat mehr Weihnachtsdienst

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2015 | 17:30 Uhr

Wer in die Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne will, das hat besser seinen Ausweis dabei und weiß genau wo er hin will. Denn die Soldaten an der Kasernenwache sind zwar freundlich aber auch unnachgiebig. Dafür bekommt man auch als ziviler Besucher die militärische Ehrenbezeugung als Abschiedsgruß beim Verlassen des Objektes. Doch damit soll es nun bald vorbei sein. Ab 1. April ist offiziell Schluss mit der Soldatenwache in Hagenow. Statt mit Tarnanzug und G 36-Gewehr wird man wohl künftig von meist älteren Zivilisten nach dem Begehr gefragt werden. Ein Wachdienst wird übernehmen.

Insofern ist in diesen Weihnachtstagen auch eine Tradition zu Ende gegangen, das Essen von zivilen Ehrengästen mit der Wachmannschaft der Kaserne wird es nicht mehr geben.

Den Soldaten wird es recht sein, denn die Bewachung der Kaserne war und ist noch aufwändig und nicht gerade beliebt. In diesem Jahr hatte es Soldaten der 4. Kompanie mit dem Weihnachtsdienst „erwischt“. Sie wurden am ersten Feiertag dann von anderen Kameraden abgelöst. Doch zuvor stand das Festessen mit den zivilen Freunden und Verbündeten an, unter ihnen auch der Landrat Rolf Christiansen, Hagenows Bürgermeister Thomas Möller und auch eine Abordnung aus der Partnergemeinde Vellahn. Stark vertreten war bei diesem Essen auch die CDU mit ihrem Bundestagsabgeordneten Dietrich Monstadt und der Landtagsabgeordneten Maika Friemann-Jennert. Monstadt erklärte den Soldaten, dass sie nach allen Absprachen bereits im Januar mit einem Beschluss des Bundestages zum Einsatz in Mali zu rechnen haben. Das Hagenower Panzergrenadierbataillon wäre davon direkt betroffen. In Vorbereitung ist die Entsendung eines Zuges von Panzergrenadieren in den afrikanischen Staat als so genannte schnelle Reaktionskräfte. Das hat die Qualität eines Kampfauftrages. Auch ohne Mali werden die Panzergrenadiere vor allem im ersten Halbjahr nicht an Langeweile leiden. Darüber informiert Oberstleutnant Holger Fitzner die Gäste beim Festessen im Auftrag seines Kommandeurs. Große Teile des Bataillons würden als QRF-Einheit zur Einsatzreserve der NATO für den Kosovo für einige Monate gehören. Das bedeutet ständige Einsatzbereitschaft und im Fall der Fälle eine sehr schnelle Verlegung auf den Balkan. Zusätzlich wird bereits Mitte Januar eine komplette Kompanie mit gut 120 Mann nach Novo Selo in den Kosovo geschickt, als Einsatzkompanie des Kfor-Kontingents. In brenzligen Fällen sollen die Grenadiere die dortigen Polizeikräfte unterstützen. Dazu kämen gerade im ersten Halbjahr jede Menge Einzelkommandierungen für Spezialisten. Kommentar von Oberstleutnant Fitzner: „Wir werden da in den ersten Monaten ganz schön ran müssen.“

Das gilt aber auch und gerade für die 5. Kompanie des Bataillons, die sich traditionell um die Ausbildung der freiwillig Wehrdiensleistenden kümmert.

Im zweiten Halbjahr soll dann das Bataillon als Verband wieder geschlossen zusammen sein und sich dem eigentlichen Geschäft, der „grünen Ausbildung“ auf dem Gefechtsfeld widmen. Ob das gelingen wird, ist angesichts der politischen Lage und der am personellen Limit arbeitenden Bundeswehr schwer zu sagen. Afghanistan wird z. B. als Einsatzort für die Hagenower Grenadiere immer wahrscheinlicher. Für einige Soldaten des nun gleichfalls in Hagenow beheimateten Versorgungsbataillons 142 ist das schon Gewissheit, ab März sind einige Soldaten in Kabul. Angesichts der Fülle der Aufgaben und der strengen Arbeitszeitrichtlinien, die für die Bundeswehr im kommenden Jahr in Kraft treten, ist klar, dass für die stupide Kasernenwache da nun keine Zeit mehr bleibt.  

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