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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2017 | 14:25 Uhr

Neuhaus : Abschied ohne Nachfolger

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Vorsitzender des Neuhauser Seniorenclubs muss sein Amt abgeben.

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Jürgen Bathel gibt auf. Schweren Herzens. Die Gesundheit spielt einfach nicht mehr mit. Und auch wenn der 76-Jährige gestern Nachmittag nur seinen Vorsitz und nicht die Mitgliedschaft im Neuhauser Seniorenclub abgibt, dieser Schritt fällt ihm schwer. „Es ist nicht leicht“, sagt der Rentner und schaut aus dem Fenster in den Garten vor seinem Haus. Neben ihm steht ein Rollator. Zehn Jahre hat er den Verein gelenkt, der während seiner Amtszeit doppelt so viele Mitglieder gewinnt. Für 118 ältere Frauen und Männer organisiert er zuletzt gesellige Nachmittage, Tagesausflüge und größere Reisen. Doch damit ist jetzt Schluss.

Das Problem: Es fehlt an potenziellen Nachfolgern. Nur Herbert Dreyer stellt sich gestern zur Wahl. Aber auch nur für einen kommissarischen Vorsitz, und nur übergangsweise. Schließlich „soll gewährleistet sein, dass der Verein weiter bestehen bleibt“, sagt der 81-Jährige. „Ich hätte es gern gemacht, aber das Alter...“ Erstmal soll nun alles so weitergehen wie bisher. Das Jahresprogramm steht und Jürgen Bathel hilft jederzeit gern, sollte dies nötig sein. Beide hoffen nun, dass sich bald ein passender Nachfolger findet, der sich dieses Ehrenamt zutraut.

„Sehr umgänglich, offen, hilfsbereit“ – so kennen sie ihren Jürgen Bathel. Und auch Ehefrau Inge ist stolz auf ihren Mann. „Er ist sympathisch, versteht die Leute und kann auf ihre Sorgen eingehen“, sagt sie. Dass er diese Aufgabe damals angenommen hat, sei genau das Richtige gewesen. „Er war zuhause und nervte“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Etwas ernsthafter: „So etwas liegt ihm einfach.“

Schon als Tiefbau-Meister im Betrieb organisiert er Ausflüge oder Reisen. Bis er mit 60 vorzeitig in Rente muss. Der Gesundheit wegen. „Da stand plötzlich alles auf null“, sagt Jürgen Bathel. „Wir hatten zwar unseren Garten, aber ich brauchte dringend eine Aufgabe. Sonst wäre ich verrückt geworden.“ Beide lachen sich an. Inge Bathel ist zu dem Zeitpunkt schon Mitglied im Verein und wird gefragt, ob sie nicht jemanden für den Vorsitz wüsste. Dann habe sie ihn reingeschubst.

Und das ist erst „gar nicht so einfach“ gewesen – als „Mann zwischen all den Frauen“, erinnert sich Jürgen Bathel. Der Verein zählt damals wie heute viele alleinstehende Frauen. Aber Erna Mathis gibt ihm den nötigen Rückhalt und viele Dinge mit auf den Weg. Sie hat den Verein vor 32 Jahren gegründet. Und „was sie mir mitgegeben hat, hat sich alles bewahrheitet“, sagt Jürgen Bathel.

Höhepunkt seiner Amtszeit ist das 20-jährige Jubiläum. „Das war ’ne schöne Feier“, erinnert er sich. Aber auch sonst habe er viel gemacht, vieles erlebt. Akten voller Reisen zeugen von seinem jahrelangen Schaffen. Jeden Monat eine Tagestour, eine große Reise im Jahr, Basteln zu den Feiertagen, Grill- und Tanznachmittage, Spiel- und Knobelrunden. „Wir kommen raus, können was erzählen“, sagt Inge Bathel. Mitglied wollen beide bleiben. „Es macht immer Spaß“, sagen sie. Trotzdem: Der Verlust des Vereinsvorsitzes hinterlässt eine Lücke bei Jürgen Bathel. So schwer es ihm falle, er müsse sich nun etwas anderes suchen.

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