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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 07:33 Uhr

Zeetze : „Abplaggen“ im Wald bei Zeetze

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen werden zurzeit durchgeführt für den geplanten Radwegebau zwischen Kaarßen und Zeetze

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 15:22 Uhr

Der Radweg zwischen Pinnau und Kaarßen ist fertig gestellt, der von Kaarßen nach Zeetze wird im nächsten Jahr begonnen, wohl aber in zwei Abschnitte gebaut werden - weil die Strecke so lang ist und weil den Straßenbauern für die Arbeiten nur ein kurzes Zeitfenster offen steht.

„Aus naturschutzfachlichen Gründen können wir nur von Mitte August bis Ende Februar bauen und, da der Weg ja in Betonbauweise hergestellt wird, aus baulichen Gründen je nach Witterung nur bis Oktober oder November“, so Heike Petersen von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aus Lüneburg. Was seit Mitte November aber schon geschieht, sind die Arbeiten für die Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen der künftigen Baumaßnahme. Die passieren aktuell kurz hinter Zeetze (in Richtung Kaarßen) im dortigen Kiefernwald. Auf einer Fläche von etwa einem Hektar wird hier in bestimmten Bereichen die oberste Schicht aus Gras, Moos und Humus abgetragen (Plaggmaßnahmen), so dass der sandige Untergrund wieder zum Vorschein kommt. Auf etwa zwei Hektar bei Pinnau ist das schon geschehen. Noch liegt das abgetragene Material im Wald, wird aber demnächst auf Ackerflächen ausgebracht. Im Zuge dessen kann es auf der B 195 zu Verkehrsbehinderungen kommen, so Heike Petersen.

In Zusammenarbeit mit der Biosphärenreservatsverwaltung und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises wurde überlegt, als Ersatz-und Ausgleichsmaßnahme den Lebensraumtyp des Flechten- und Kiefernwaldes zu verbessern und zu erweitern. Niedersachsenweit besteht im Amt Neuhaus ein Schwerpunktvorkommen dieses lichten Kiefernwaldes, der Lebensraum für bestimmte bedrohte Pflanzen- und Tierarten ist. Ende 2014 wurden deshalb schon Kiefern aus dem Bestand genommen, um den Lichteinfall zu verbessern. Und jetzt eben die Plaggmaßnahmen, die auch nur in einer bestimmten Jahreszeit durchgeführt werden können, um die Natur nicht zu sehr zu stören.

„Auf diesen Flächen werden sich verschiedene Flechtenarten ansiedeln und für diesen Lebensraum typische Insekten wie der Ameisenlöwe und bestimmte Heuschreckenarten,“ so Tobias Keienburg von der Biosphärenreservatsverwaltung. Heidelerche und Ziegenmelker lieben die hellen Kiefernwälder ebenso wie das Silbergras, die Heidel- und auch Preiselbeere. Wahrscheinlich muss, genau wie in der Heide, in gewissen Abständen wieder „geplaggt“ werden, weil sich langsam wieder eine neue Humusschicht bildet.

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