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Hagenower Kreisblatt

23. Oktober 2017 | 08:29 Uhr

Darchau : Abertausende auf den Elbwiesen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Größtes Fest an der früheren innerdeutschen Grenze im Norden am Einheitstag

von
erstellt am 04.Okt.2015 | 18:02 Uhr

Dem Namen nach brauchte es das Fest gar nicht mehr zu geben, denn das Projekt der Elbbrücke bei Darchau ist ja seit dem Kreistagsbeschluss mausetot. Doch die Idee, der Wunsch, die Forderung nach einer festen Verbindung über die Elbe sind lebendiger denn je. Beleg dafür war der Ansturm auf das Brückenfest. Am Ende waren sich die Organisatoren bei bestem Wetter nur in einem einig: Es waren mehr Besucher als im vergangenen Jahr. Und da hatte man 7500 als Zahl angegeben. Und so reichen die Schätzungen über die Besucherzahl über den ganzen Tag gerechnet von 8000 bis jenseits der 10000. Die einzige solide Zahl kam von den Fährleuten, die an die 2000 Menschen mit dem Schiff bei nicht ungefährlichem Niedrigwassser von der Westseite über die Elbe gebracht haben wollen.

Viel wichtiger als die reinen Besucherzahlen war den Organisatoren vom Förderverein „Brücken bauen“ das politisch Signal. Denn der Traum von der seit der Wende versprochenen Elbbrücke ist alles andere als tot, auch oder gerade weil die Kreispolitik das Projekt beerdigt hat. „Man kann den erklärten Willen der Bevölkerung nicht einfach mit einem Beschluss ignorieren“, hielt Jörg Sohst vom Vereinsvorstand dagegen. „Es geht auch nicht ums Geld, es geht darum, dass die Bevölkerung, und zwar im gesamten Kreis Lüneburg, diese Verbindung will. Und die nächsten Wahlen werden aus unserer Sicht zeigen, dass die Brückengegner die Quittung bekommen werden.“ Auch Bürgermeisterin Grit Richter freute sich über den Besucherandrang. Das politische Oberhaupt im Amt Neuhaus gehört von jeher zu den entschiedensten Befürwortern der Brücke. Nicht umsonst hat sich die sonst zurückhaltende Frau in der Frage laufend mit dem Landrat angelegt. Doch die Befürworter der Brücke verlassen sich schon längst nicht mehr auf den Kreis Lüneburg oder gar Niedersachsen. Sie setzen auf die große Politik.

In Darchau gab es derweil erst einmal eine symbolische Brücke zu sehen, die jeder Besucher überqueren musste. Und natürlich wurde an diesem Tag auch das Thema der Einheit hoch gehalten, schließlich spülte die Fähre im Minutentakt Menschen an Land. Dort, wo gefeiert wurde, war vor 1989 Niemandsland.

 Jetzt ist die Elbe mit ihrem weiten Bett und Überflutungsgebieten zwischen den Deichen vor allem ein Naturschauspiel und ein touristischer Anziehungspunkt. Doch dessen Funktionieren hängt eben entscheidend von der Verbindung über die Elbe ab. Bei der Fähre fehlten am Sonnabend nur wenige Zentimeter, dann hätte man sich auf beiden Elbseiten nur noch zuwinken können.

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