Gefahr durch Wild : A 24: Polizei vertreibt Rehe mit Warnschüssen

Verendetes Reh nach Unfall an der B5 nahe Redefin. Die Polizei konnte erst nach zwei Stunden zur Unfallaufnahme kommen.
Verendetes Reh nach Unfall an der B5 nahe Redefin. Die Polizei konnte erst nach zwei Stunden zur Unfallaufnahme kommen.

Bis zu 30 Rehe grasten am Sonntag Morgen bei Zarrentin direkt an der Autobahn

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08. Mai 2017, 21:00 Uhr

Die Gefahr durch Wildtiere an und auf unseren Straßen wird immer größer. Einen bisher beispiellosen Fall gab es am Sonntag direkt an der A 24 nahe Zarrentin. Dort musste die Polizei eine Herde von 20 bis 30 Rehen schließlich durch zwei Warnschüsse aus der Dienstwaffe vertreiben, um die Sicherheit der Autofahrer zu gewährleisten. „Das ist auch für uns in der Härte neu“, bekannte Polizeisprecher Klaus Wiechmann gestern. „Einsätze, bei denen unsere Beamten Wildtiere vertreiben mussten, die kommen schon vor. Aber schießen mussten wir noch nie.“

Passiert ist das Ganze am Sonntag Früh gegen 5.30 Uhr in Fahrtrichtung Berlin. Ein besorgter Autofahrer hatte die Polizei von den direkt an der Fahrbahn und in der Böschung grasenden Tieren informiert. Die Besatzung des Streifenwagens versuchte zunächst, die Tiere durch Handzeichen und Ähnliches zu vertreiben. Darauf reagierten die Tiere jedoch überhaupt nicht. Auch das Polizeisondersignal brachte nichts, schließlich gaben die Polizisten zwei Schüsse in die Luft ab. Das half.

Und der Bereich um die Anschlussstelle Zarrentin ist nicht allein betroffen. Zutrauliches Wild, das an der Bahn grast, diese Berichte gibt es auch für den Bereich zwischen den Anschlussstellen Wöbbelin und Bandenitz. Auch hier haben sich die Tiere an den Lärm der Autobahn längst gewöhnt. Einen Wildschutzzaun gibt es hier nicht, dafür aber zahlreiche Warnschilder an der Autobahn, die vor Wildwechsel warnen.

Während es an der Autobahn trotz der Gefahren nicht zu Wildunfällen kam, krachte es auf anderen Straßen im Landkreis am laufenden Band. Allein von Freitag Abend bis gestern Früh zählte die Polizei 36 Wildunfälle im Landkreis.

Dabei gab es in einem Fall auch einen Verletzten. Bei Prislich, in der Nähe von Grabow, war eine Autofahrerin in eine Rotte Wildschweine geraten. Bei dem Zusammenstoß erlitt sie leichte Verletzungen. Es gibt aber noch andere Auswirkungen. Der Fahrer eines Dacia prallte am Sonnabend nahe Redefin mit einem Reh zusammen. Das Tier verendete. Allerdings musste der Fahrer mehr als zwei Stunden warten, bis die Polizei vor Ort erschien, den Unfall aufnehmen konnte und dem Mann die nötige Bescheinigung für die Versicherung ausstellte.

Nicht nur am Wochenende kann die Polizei in ihren riesigen Einsatzgebieten nur ein bis zwei Streifenwagen pro Schicht auf die Straße bringen. Und dann gehen im Zweifelsfall andere Einsätze vor und frustrierte Autofahrer müssen warten und lassen ihren Unmut an den Beamten aus, die für die Wartezeiten nichts können.

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