Luftraum gesperrt, Löschwasser knapp : Waldbrand bei Lübtheen: "Die Region wird nach dem Brand überformt sein"

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Die evakuierten Ortschaften seien gesichert, so Landrat Sternberg bei einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen zum Großbrand bei Lübtheen.

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02. Juli 2019, 09:48 Uhr

Zum Großbrand bei Lübtheen betonte Landrat Sternberg bei einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen: "Alle Maßnahmen greifen deutlich. Die evakuierten Ortschaften sind gesichert." Jedoch drehe der Wind immer noch ständig. Momentan seien 600 Hektar Fläche vom Brand betroffen. Eine Feuerwalze fresse sich mit einer Vielzahl von Glutnestern in die Landschaft. Dies werde sich auch im Anblick zeigen: "Diese Region wird nach dem Brand überformt sein. Aber was jetzt abbrennt, kann in nächster Zeit nicht mehr abbrennen." Leichte Entwarnung gebe es für die evakuierten Ortschaften: "Bis jetzt ist noch kein Gehöft oder Zaun niedergebrannt." Eine kleine Entspannung gebe es besonders in Alt Jabel. Dort sei die Feuerfront auf 2000 Meter zurückgegangen. Währenddessen sichere die Landespolizei die evakuierten Ortschaften ab, so Innenminister Lorenz Caffier.

Durch die drehenden Winde könnte sich der Brand jedoch auf weitere Ortschaften ausbreiten. Auch deswegen habe der Landkreis in Abstimmung mit allen Beteiligten die Entscheidung getroffen, "auf Angriff überzugehen". Die Erkundung sei abgeschlossen, sagte Sternberg weiter. Nun gehe es ans Löschen.

 

Schutz-Schneisen um Dörfer

Um eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhindern, sind derzeit am Tag etwa 2000 Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet vor Ort. Zwölf Wasserwerfer, sowie zwei Bergepanzer und sechs Hubschrauber, davon drei von der Bundeswehr und drei von der Bundespolizei, sollen die Einsätze im Laufe des Dienstags unterstützen.

Gleichzeitig werde die Arbeit der Bundeswehr, die mit einem Sachverständigen für den ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen vor Ort ist, stark erweitert. Mit zehn weiteren Panzern sollen die Streitkräfte Wege und Schutz-Schneisen um die Dörfer herum so vorbereiten, dass "die Feuerwehren nach vorne kommen", teilte General Kropf bei der Pressekonferenz mit. Problematisch bleibt die Lage trotzdem. Das Löschwasser vor Ort wird knapp. Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus will der Situation mit Tankladungen aus der Elde-Müritz-Wasserstraße begegnen.

Luftraum für Drohnen gesperrt

Gleichzeitig sprach Landrat Sternberg eine Warnung vor Drohneneinsätzen im Brandgebiet aus. "Der Luftraum ist gesperrt. Sie gefährden die Löschhubschrauber massiv." Es sei in den letzten Tagen vermehrt zu aufsteigenden Drohnen gekommen, die den sechs Hubschraubern von Bundeswehr und Bundespolizei gefährlich werden könnten, die sich derzeit im Einsatz befinden. Auch die Presse kritisierte Sternberg scharf: Passanten vor Ort könnten keine Aussage zum Geschehen bei Lübtheen treffen, meinte er zum Ausklang der Pressekonferenz.

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