Lübbendorf : Vom Pechvogel zur Glückswehr: „Am Ende hat es sich gelohnt“

Nicht gestellt: Jubel der Lübbendorfer, nachdem das erste neue Fahrzeug aus der Feuerwehrschule Malchow für ein paar Tage in das Dorf kam, inzwischen hat die kleine Wehr ein anderes Einsatzfahrzeug und berichtet auch über den Zuwachs an Kameraden.
Nicht gestellt: Jubel der Lübbendorfer, nachdem das erste neue Fahrzeug aus der Feuerwehrschule Malchow für ein paar Tage in das Dorf kam, inzwischen hat die kleine Wehr ein anderes Einsatzfahrzeug und berichtet auch über den Zuwachs an Kameraden.

Helden-Serie: Erst ohne Auto zum Großbrand, dann folgte die Notlösung und jetzt ist die Lübbendorfer Wehr bald hervorragend ausgerüstet

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03. September 2019, 12:00 Uhr

„Die Stimmung bei uns in der Wehr ist einfach nur super“, beschrieb Wehrführer Dirk Steinhäuser gestern die Lage. Das war nicht immer so. Denn ausgerechnet zum Großbrand auf dem Truppenübungsplatz hatten die 23 Kameraden kein Einsatzfahrzeug mehr. Sie meldeten sich zu Fuß an, kamen mit dem Fahrrad oder dem Privatauto. In der Einsatzzentrale wollte ihnen das mit dem Auto zunächst keiner glauben.

Nachdem sie einen Tag praktisch nur rumsitzen konnten, fand sich eine Lösung. Die Wehr leistete hervorragende Arbeit bei der Wasserbetankung am Munitionszerlegebetrieb in Jessenitz, einem der kritischsten Bereiche während des Brandes. Die zunächst traurige Berühmtheit der kleinen Wehr hat sich nach dem Brand in einen großen Vorteil verwandelt. Vor allem die Landesregierung sah sich dann doch in der Pflicht, ihre alten Versprechungen einzulösen.

Ohne Einsatzfahrzeug zum Brand gerufen

Unglücklicher hätte es vor Wochen kaum kommen können. Beim ersten Lübtheener Brand konnten die Lübbendorfer ihr Fahrzeug von 1973 noch einsetzen. Dann musste das Auto zum TÜV. „Wir mussten es sofort stilllegen, es gab so viele Mängel, vor allem aber war der Hilfsrahmen gebrochen“, erinnerte sich Bernd Skobel, der stellv. Bürgermeister und Ordnungsamtschef. Als dann der eigentliche Brand ausbrach, war auch der kleinere Mannschaftstransportwagen nicht da, weil der von der Jugendwehr für ein Lager gebraucht wurde.

Die mobile Einsatzzentrale in Lübbendorf. Später wurde sie wegen Infrastrukturproblemen nach Lübtheen verlegt.
Role
Die mobile Einsatzzentrale in Lübbendorf. Später wurde sie wegen Infrastrukturproblemen nach Lübtheen verlegt.
 

Und so mussten die Lübbendorfer zusehen, wie sie zum Einsatz kamen. Dabei hatten sie schon im Jahr zuvor bei den damaligen Großbränden mehr oder weniger klare Versprechungen von der Landespolitik bekommen. Nach dem Brand in diesem Sommer ging es dann sehr schnell. Kreiswehrführer Uwe Pulss sprach direkt beim Innenminister vor.

Auto bleibt in Lübbendorf

Wenige Tage später konnte Pulss ein ausgeliehenes Fahrzeug der Landesfeuerwehrschule aus Malchow in Lübbendorf abstellen. Zwar nur für ein paar Tage, aber dennoch war die Freude unbeschreiblich groß. Es folgte Teil zwei in Form eines Löschfahrzeuges LF 20, das Innenminister Lorenz Caffier persönlich übergab. Mit einem kleinen Kniff. Denn das gut 300 000 Euro teure Fahrzeug hätte die Stadt Lübtheen nicht bezahlen können.

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Muss sie auch nicht, denn offiziell gehört das Fahrzeug zur „Lehr- und Versuchseinheit Waldbrand MV“, und die Lübbendorfer Wehr wurde damit zur Löschgruppe West in dieser Einheit. In den kommenden Tagen wird das früher zum Katastrophenschutz gehörende Auto auch noch komplett ausgerüstet und bleibt dann in Lübbendorf.

Fahrzeug passt nicht in die alte Wache

Die Löschgruppe Ost wird im übrigen im Bereich Vorpommern-Greifswald aufgebaut. Da das neue Auto in die alte Wache nicht passt, plant die Stadt Lübtheen jetzt auch noch den Bau einer kleinen Halle zum Unterstellen. Besser konnte es kaum laufen, das sehen auch die Lübbendorfer so, die zum Dankesfest am Sonnabend ihr neues Auto auch der Öffentlichkeit vorstellen wollen.

 
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