Gresse : Hort-Kinder erleben kreative Ferien

Ganz versunken in ihre Arbeit im Wald waren die Gresser Hort-Kinder in einer der vier Themenwochen, die sie zusammen mit ihren Erziehern gestaltet haben.
Ganz versunken in ihre Arbeit im Wald waren die Gresser Hort-Kinder in einer der vier Themenwochen, die sie zusammen mit ihren Erziehern gestaltet haben.

Jungen und Mädchen aus Gresse toben sich in vier verschiedenen Themenwochen aus.

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15. Juli 2020, 17:29 Uhr

Die Zeiger der Uhr stehen auf kurz vor Eins. Die Mittagssonne strahlt über der Grundschule in Gresse. In dem Gebäude spielt ein einsames Radio Lieder aus einer längst vergangenen Zeit. Es sind Ferien und auch in der Lehreinrichtung des Ortes an der B 195 bedeutet das zunächst einmal ganz viel Ruhe. Nur die Reinigungskräfte sind damit beschäftigt, auch die letzten Überbleibsel des vergangenen Schuljahres zu beseitigen.

Hort-Kinder sorgen für Trubel im Gebäude

Doch irgendetwas ist da noch. Eine kleine Regung hier, etwas, das runterfällt, dort. Es sind die Hortkinder. Sie haben in dem Schulgebäude ihre Herberge gefunden und sind auch in den Ferien nicht untätig. Und das Ganze zur großen Freude ihrer Erzieher. „Ich bin immer wieder begeistert, wie kreativ die Kinder sind und was sie so alles bewerkstelligen“, erzählt Ulrike Habeck. Sie hat zusammen mit ihren Kollegen vom Awo-Kinderhort Gresse, der zur Kita „Zwergenland“ gehört, im Vorfeld der Ferien ein Programm auf die Beine gestellt, dass für die zehn bis 20 Kinder aus Klasse 1 bis 4, die den Hort auch in der schulfreien Zeit besuchten, keine Wünsche offen ließ.

Vier verschiedene Themen für die Ferienwochen

Vier verschiedene Themenwochen sind dabei herausgekommen. „Als erstes hatten wir die Kreativ-Woche. Dann kam die Fahrrad-Woche. Die Wald-Woche ist gerade vorüber und nun sind wir in der Handwerker-Woche“, berichtet Habeck weiter. Sie betont dabei, dass die Kinder immer Mitspracherecht hatten und haben bei der jeweiligen Gestaltung. Aktuell zeichnet sich das unter anderem dadurch aus, dass ganz demokratisch abgestimmt wurde, was denn in der Handwerker-Woche überhaupt gebaut werden soll. „Herausgekommen ist eine Tafel. Wir hatten noch Lack über und jetzt werkeln wir für jedes Kind eine eigene kleine Tafel“, erklärt Ulrike Habeck.

Einrichtung arbeitet nach der Reggio-Pädagogik

Neuland ist das für die Kinder unterdessen nicht. Auch während ihrer Schulzeit werden sie so im Hort gefordert und gefördert. Hat sich die Einrichtung in Gresse doch der Reggio-Pädagogik verschrieben, deren Grundkonzept es ist, mit den Stärken und nicht gegen die Schwächen der Kinder zu arbeiten. Das Aufwerten von Sachen, die andere bereits als Müll bezeichnen, steht hier ganz hoch im Kurs.

Schon viele tolle Sachen seien dabei herausgekommen, wie Habeck betont. Die Ferien erachtet die Erzieherin dabei allerdings als eine besondere Zeit. „Da haben wir einfach keinen Druck, das Kinder zu bestimmten Zeiten zum Bus müssen und können uns einmal komplett entfalten“, freut sie sich.

Kinder sorgen für Gänsehaut bei den Erziehern

Und die Kinder danken es ihr und ihren Kollegen. Egal, ob auf dem Rad im Baumarkt oder aber im Wald, wo sie nicht nur einen Schmetterling aus einer Misere befreit haben, sondern auch für Gänsehaut bei ihrer Erzieherin sorgten. „Da saßen alle auf einem Stamm und waren ganz in ihre Schnitzarbeit versunken. Und plötzlich war es für einen Moment im Wald so still, dass man hätte eine Stecknadel fallen hören können“, schildert Ulrike Habeck das für sie wohl einschneidendste Erlebnis der letzten vier Wochen. Auch deswegen ist sie jetzt fast schon etwas traurig, wenn sie und ihre Kollegen ab der kommenden Woche in den Betriebsurlaub gehen und ihre Hort-Kinder erst zum Schulbeginn wiedersehen.

Dann wird es womöglich auch nicht mehr ganz so ruhig auf den Fluren des Gebäudes sein. Auf jeden Fall wird dann aber das Radio verschwunden sein und auch die Lieder aus längst vergangenen Zeiten haben erst einmal Pause.

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