Gründonnerstag : Trauriger Tag im grünen Gewand

So einträchtig dieses Bild des Abendmahls auch zu sein scheint, ist es doch auch ein Symbol der Flucht der Jünger weg vom verratenen Jesus.
So einträchtig dieses Bild des Abendmahls auch zu sein scheint, ist es doch auch ein Symbol der Flucht der Jünger weg vom verratenen Jesus.

Thema der Woche: Das Osterfest – heute: Der Gründonnerstag

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18. April 2019, 12:00 Uhr

Boizenburg | Bunte Eier und Hasen, Feuer und hochprozentiges Wasser aber auch Kreuzigung und Auferstehung: All das ist Ostern - ein Fest mit vielen Bräuchen. Nur in ihrer Gesamtheit machen sie für viele die Feier erst richtig perfekt. Dabei werden auch kirchlicher Anlass und profane Tradition miteinander verknüpft. Wie dies funktioniert und worin die Ursprünge so manches österlichen Brauches liegen, wollen wir mit unserem Thema der Woche etwas näher beleuchten.

Gründonnerstag hat zwei Gesichter

Auch der Gründonnerstag darf da nicht fehlen. Hat gerade dieser doch mindestens zwei Gesichter. So kann die Farbe Grün für etwas Positives stehen, wird sie doch oft mit der wieder erwachenden Natur in Verbindung gebracht. „Wir begehen an diesem Tag die Nacht der verlöschenden Lichter“, sagt Therese Tröltzsch. Die Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Boizenburg gibt sogleich die Erklärung dafür: „Der Gründonnerstag ist der Tag des letzten Abendmahls. Das Auslöschen der Kerzen symbolisiert hierbei die Angst und Flucht der Jünger weg von Jesus.“

Deswegen ist es für sie auch eher ein trauriger Tag. „Diese Situation des Verlassenwerdens und die Auseinandersetzung damit wollen wir unseren Konfirmanden wie auch allen Gläubigen näherbringen“, erklärt Tröltzsch. Auch deswegen veranstaltet sie heute um 19 Uhr einen öffentlichen Gottesdienst mit Tischabendmahl.

Ostern ist nicht nur Eiersuchen

Bereits bei der Premiere im letzten Jahr hat sie dabei die positive Erfahrung gemacht, dass sich wirklich viele auf die Situation einlassen. So berichtet die Pastorin von einer Konfirmandin, die ihr Empfinden mit „wirklich traurig“ beschrieben habe.

Schlimm findet das Therese Tröltzsch allerdings nicht. „Wer keine Trauer kennt, kann sich doch auch nicht richtig freuen“, ist sie sich sicher. Zudem sei Ostern nicht nur Eiersuchen. „Ohne die Kreuzigung könnten wir nicht die Wiederauferstehung feiern“, sagt die Pastorin. In diesem Zusammenhang stehen auch die weiteren Veranstaltungen der Kirchgemeinde. Am Sonntag ab 6 Uhr wird die Osternachtsfeier mit dem Entzünden der Osterkerze und anschließendem Frühstück gefeiert. Um 10 Uhr soll es noch einen Familiengottesdienst geben, bis sich der gesamte Kirchgemeindeverbund am Montag ebenfalls um 10 Uhr in Blücher zu einer Andacht mit Osterbrunch trifft.

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