Amt Zarrentin : Feuerwehren bitten zur Kasse

von 28. Dezember 2020, 14:20 Uhr

svz+ Logo
Im Sommer rückte die Galliner Wehr zu einem Brand ins Gewerbegebiet aus. Bei so einem Einsatz werden  natürlich keine Gebühren fällig.
Im Sommer rückte die Galliner Wehr zu einem Brand ins Gewerbegebiet aus. Bei so einem Einsatz werden natürlich keine Gebühren fällig.

Immer wenn die Sirene erklingt, rückt die Feuerwehr aus. Weil das Kosten verursacht, wurden das Thema nun genauer beleuchtet.

Amt Zarrentin | Im Amt Zarrentin werden einige Einsätze der freiwilligen Feuerwehren künftig teurer. Derzeit diskutieren die Gemeindevertreter von Gallin, Lüttow-Valluhn und auch die Stadtvertreter von Zarrentin die Neukalkulation der Feuerwehrgebühren bei den unterschiedlichen Einsätzen der Wehr. Und die fallen von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich aus. "Wir hatten in der Vergangenheit viele Fehlalarme", sagte Klaus-Dieter Müller, Bürgermeister von Gallin. Die Wehr gilt wegen der Nähe zur Autobahn 24 und des Gewerbeparks als Stützpunktwehr. Wenn die Kameraden künftig zu solch einem Einsatz raus müssen, werden in Gallin 812 Euro fällig. Im Vergleich zu anderen Kommunen ein sehr hoher Kostensatz. In der Gemeinde Lüttow-Valluhn fallen die Kosten dafür nicht so hoch aus. Hier sind es etwa 358 Euro. In Zarrentin sind es sogar nur 200 Euro. Neue Feuerwehrgebühren notwendig Durch Änderungen im Brandschutzgesetz beziehungsweise Anpassungen, getätigte Investitionen der Feuerwehren in Gebäude, Fahrzeuge, Löschwasserversorgung und Ausrüstungen in den Feuerwehren sei die Überarbeitung der Satzung und Neukalkulation der Feuerwehrgebühren notwendig geworden, erläutert Monika Wilde vom Amt Zarrentin. "Gallin ist die einzige Gemeinde, die ihren Kameraden ein Stiefelgeld zahlt", nennt sie einen Faktor für die hohe Kostenkalkulation. 25 Euro seien das pro Kamerad und Dienst, ergänzt Klaus-Dieter Müller. Zudem rücken pro Einsatz in Gallin auch meist zwölf Kameraden aus, während es in anderen Gemeinden weniger Feuerwehrleute sind. Dementsprechend höher ist auch der Betrag, den die Kommune für den Verdienstausfall ihrer Kameraden beim jeweiligen Arbeitgeber aufbringen muss. Für die Kalkulation werden auch "feste" Faktoren wie Betriebskosten oder die Anzahl der Fahrzeuge herangezogen. Auch da nimmt Gallin wiederum eine Sonderstellung ein. "Die Gemeinde musste sich in den vergangenen Jahren ein Feuerwehr-Fahrzeug ohne Fördermittel anschaffen", nennt Monika Wilde einen weiteren Faktor. Durch die neue Kostenkalkulation werden die Ausgaben und Abschreibungen für das Fahrzeug zur Berechnung herangezogen. Höhere Anforderungen und neue Technik berücksichtigt Amtsvorsteher Marko Schilling weist zudem darauf hin, dass die einstigen Kostenkalkulationen auf recht alten Zahlen beruhten. Inzwischen habe es aber in allen Bereichen Preissteigerungen und vielfach höhere Anforderungen an Sicherheit und Technik gegeben. Die schlagen sich nun auch in den neuen Gebühren nieder. Für Schilling, der auch Bürgermeister von Lüttow-Valluhn ist, sind die relativ hohen Gebühren gerechtfertigt. "Die Wehren rücken in der Woche des Öfteren aus, so dass es zu einer immer stärkeren Belastung des Ehrenamtes kommt", erklärt er. Außerdem haben in seinen Augen in der Vergangenheit auch Hilfseinsätze zugenommen. Damit sind jene Einsätze gemeint, bei denen Kameraden beispielsweise ein Kätzchen von einem Baum holen oder eine Ölspur auf der Straße beseitigen sollen. So riefen die Leute bei solchen und ähnlichen Problemen schnell mal die Feuerwehr, obwohl sie sich auch an einen gewerblichen Dienstleister wenden könnten. "Solche Einsätze sind eine Zusatzbelastung für die Feuerwehren", erklärt Schilling. Gebühren decken nur einen Bruchteil der Kosten Allerdings sind die Einnahmen, die die Wehr durch die Berechnung der Hilfseinsätze erzielt, absolut nicht kostendeckend. Wie Monika Wilde verdeutlichte, seien es beispielsweise in Gallin ganze neun Prozent der Gesamtkosten, die durch die Gebühren wieder reinkommen. Für die Gemeinde ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Sie muss für ihre Wehr Gesamtkosten in Höhe von rund jährlich 116.000 Euro decken. ...

Schließen Sie jetzt den kostenfreien Probemonat ab (anschließend 7,90 €/Monat), um diesen Artikel zu lesen. Alle weiteren Inhalte auf unserer Webseite und in unserer App stehen Ihnen dann ebenfalls zur Verfügung.

Monatlich kündbar

Sie sind bereits Digitalabonnent?

Hier anmelden »

Oder kostenlos bis zu drei Artikel in 30 Tagen lesen

Registrieren »
zur Startseite