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Hagenower Kreisblatt

12. Dezember 2017 | 19:22 Uhr

Hagenow : 92 Millionen in Sanierung und Neubau

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hagenower Wohnungsbau GmbH beging 25-jähriges Jubiläum. Ein Rückblick im Interview mit Geschäftsführer Michael Hasche.

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Die Hagenower Wohnungsbau GmbH (Wobau) beging gestern das 25-jährige Jubiläum ihres Bestehens. Zahlreiche Partner gratulierten und wünschten dem Wohnungsunternehmen eine gute Hand bei der Lösung der zukünftigen Aufgaben.

Dieter Hirschmann von der SVZ sprach mit dem Geschäftsführer des Unternehmens, Michael Hasche, über die Entwicklung in den vergangenen 25 Jahren.

SVZ: Welchen Wohnungsbestand hatte das Unternehmen bei seiner Gründung im Jahre 1991?
Michael Hasche: Wir hatten damals einen Bestand von 3332 Wohnungen, davon gab es für 541 Wohnungen Rückübertragungsansprüche. Außerdem haben wir 481 Wohnungen treuhänderisch verwaltet. 2310 Wohnungen konnten wir unsere eigenen nennen.

In welchem Zustand befanden sich die Wohnungen?
Wir hatten ja den ehemaligen DDR-Wohnungsbaubestand, auch ein Großteil in der Altstadt. Aber aufgrund der Rückübertragung haben wir uns aus der Altstadt komplett zurückgezogen. Unsere Wohnungen lagen um den Stadtkern von Hagenow herum, Neue Heimat, Teilbereich Kietz und Bahnhofstraße.

Welche Schwerpunktaufgaben gab es in den ersten Jahren nach der Wende?
In den ersten Jahren ging es um die Sanierung und Modernisierung der Wohnungen. Es gab einen erheblichen Instandhaltungsstau. Wir begannen relativ früh im Jahr 1991 mit kommunalen Ausfallbürgschaften zu arbeiten. Das heißt, wir hatten den Wohnungsbestand, waren aber noch nicht als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Deshalb konnten wir zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Kredite aufnehmen. Gemeinden, in denen sich Wohnungen von uns befanden, übernahmen diese Bürgschaften. Das betraf insbesondere Redefin, Alt Zachun, Moraas, Kirch Jesar, Setzin und Boddin. So konnten wir die Wohnblocks vor Ort sanieren. Im Jahr 1994 waren wir dann in Hagenow so weit, dass wir in den ersten Grundbüchern waren. Dann konnten wir beginnen, die ersten Blöcke in der Hagenstraße zu sanieren, Wärmedämmung, Fenster, Heizung. Ein Jahr später ging es in der Bahnhofstraße weiter.

Sicherlich gab es ein Problem mit der Miete. Denn zu DDR Zeiten war die Wohnungsmiete nicht kostendeckend, sondern stark subventioniert. Wie haben Sie das Problem gelöst?
Wenn ich mich recht entsinne, hatten wir damals in der Masse des Bestandes eine Miete von weniger als 0,80 DDR-Pfennig pro Quadratmeter. Mit der ersten Grundmietenverordnung wurden die Mieten entsprechend angehoben, um die Wohnungsunternehmen im Osten handlungsfähig zu machen. Das gab dann doch schon Unmut in der Mieterschaft, weil sie ja jetzt mehr zahlen mussten bei noch gleichem Standard. Doch diese Frage hat sich im Laufe der Zeit relativiert.

Wann war die Wobau mit der Sanierung des Großteils der Wohnungen durch?
Mitte der neunziger Jahre führten wir die Bestandssanierung der Wohnungen weiter fort. Der Höhepunkt der Sanierung war im Jahre 1997 mit 17 Wohnblöcken in Hagenow. 2004 waren wir mit den großen Sanierungsmaßnahmen durch. Und ich danke den Mietern, dass sie uns trotz der teilweise großen Belastungen die Treue hielten.

Welchen Wohnungsbestand hat die Hagenower Wohnungsbau GmbH heute?
Wir haben jetzt 2168 Wohnungen und können auf einen Leerstand von knapp acht Prozent verweisen. Der ergibt sich zum Teil aus Mieterwechsel aber auch aus der Tatsache, dass die Mieter immer älter werden und nicht mehr in den oberen Etagen wohnen wollen.

Sie haben früh erkannt, dass die Berücksichtigung der demografischen Entwicklung wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Wobau ist. Welche Strategie haben Sie entwickelt?
Wir hatten uns eigentlich schon die ganzen Jahre mit dem altersgerechten Wohnen beschäftigt, und mussten feststellen, dass die Nachfrage nach einem barrierefreien Wohnen immer größer wurde. Wir haben hier eng mit der Kommune zusammen gearbeitet. Da ergab sich die Möglichkeit der Nutzung des Geländes der ehemaligen Kabeltrommelfabrik. In der Zeit von 2006 bis 2010 sind dort fünf Wohnhäuser mit 115 Wohnungen und einer Gemeinschaftseinrichtung entstanden. Und aufgrund der großen Nachfrage haben wir uns entschlossen, eine ähnliche Variante in der Fritz Reuter Straße, auf dem Gelände des Schornsteinbaus, umzusetzen. Dort haben wir das Grundstück im Jahre 2008 erworben, ab 2013 begannen wir dort zu bauen. In diesem Jahr werden wir dort fertig. Damit haben wir schließlich insgesamt neun altersgerechte und barrierefreie Häuser mit 174 Wohnungen errichtet. Das sind genau elf Prozent unseres Bestandes. Dazu zählen auch die beiden Aufgänge mit Fahrstuhl in der Möllner Straße.

Wie viel Geld hat das Unternehmen in Hagenow und in der Umgebung in die Hand genommen, investiert, um diesen Stand zu erreichen?
Insgesamt rund 92 Millionen Euro, rund 50 Millionen davon flossen in die Modernisierung, und in den Neubau fast 17 Millionen Euro. In die Instandhaltung steckten wir in dieser Zeit 25 Millionen Euro, also fast jedes Jahr eine Million.

Welche Pläne gibt es?
Einen Teil unserer Wohnungen werden wir noch mit Balkonen nachrüsten. Wir planen unter anderem den Umbau von Gas- auf Elektrodurchlauferhitzer sowie den Einbau von Personenaufzügen, weil die Nachfrage nach kostengünstigen Wohnungen auch wieder steigen wird.
 

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