Hagenow Land : 70 Jahre Gartenverein „Reichsbahn“

Blicken gemeinsam mit der SVZ in die Vereinschronik: Vorsitzender Herbert Werner (l.) und Vereins-Chronist Horst Berg.  Fotos: Hirschmann/Schönhoff/Privat
1 von 5
Blicken gemeinsam mit der SVZ in die Vereinschronik: Vorsitzender Herbert Werner (l.) und Vereins-Chronist Horst Berg. Fotos: Hirschmann/Schönhoff/Privat

Blick in Vereinschronik / Vorstand dankt den Mitgliedern für ehrenamtlichen Einsatz / Festveranstaltung für Gartenfreundinnen

von
14. Juli 2015, 11:50 Uhr

Der Kleingartenverein „Reichsbahn“ in Hagenow Land besteht in diesen Tagen 70 Jahre. „Bei unserer Jubiläumsrechnung  gehen wir zurück auf das Jahr 1945, als nach den Kriegswirren Hunger und Not herrschten und der Bahnbetrieb in Hagenow Land den Beschäftigten Landflächen für Kleingärten zur Verfügung stellte“, macht Herbert Werner auf die Anfänge der Zeitrechnung der Anlage deutlich. Er ist  mittlerweile seit 30 Jahren Vereinsvorsitzender.

„Allerdings geht  der Ursprung unserer Gartenanlage in Hagenow Land zurück auf das  Jahr 1928. Die Entwicklung der Kleingartenanlage steht in enger Beziehung zum Eisenbahnstandort in Hagenow Land. Im Zusammenhang mit dem Bau der Wohnungen bekam jeder  Eisenbahner eine Parzelle“, sagt Horst Berg. Er muss es wissen, weil er die Chronik für den Verein führt. Nach dem Krieg war die Not besonders groß und die Kleingärtner bauten auf ihren Parzellen möglichst viel Essbares und Futter für ihre Nutztiere an, die sie in den Ställen hinter den Häusern in der Bahnhofstraße hielten.

In den ersten Jahren zählte die  Anlage der Reichsbahn 214 Gärten, diese Zahl  reduzierte sich in den folgenden Jahren auf 175 im Jahr 1989. Nach der Wende brach eine neue Zeit auch für die Eisenbahn-Gärtner an. Während vor der Wende das Klubhaus der Eisenbahner das Vereinszentrum für die Gärtner war, standen die Gartenfreunde danach vor der Herausforderung, sich ein neues Zentrum für die Vereinsarbeit zu schaffen, da das Klubhaus eine andere Nutzung bekam. Nach der Eintragung ins Vereinsregister im Jahr 1990 folgte in der Zeit von 1993 bis 1995 der Erwerb und der Ausbau des ehemaligen Pumpenhauses zur Speisung der  Wasserversorgung der Dampflokomotiven zum Vereinshaus „Gärtnerstolz“ durch die Vereinsmitglieder in Eigeninitiative. „Die Einweihung“, so Herbert Werner, „erfolgte anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums 1995.“

Mit dem neuen Vereinsheim und einem etwas später  angebauten Toilettentrakt startete das Vereinsleben nach der Wende in der Anlage so richtig durch. Heute befinden sich 80 Kleingärten rund um das Vereinsheim und weitere 50 sind auf der anderen Seite der Bahnhofstraße zu finden.

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Sparte hatte der Vorstand die allein stehenden Frauen zu einer Festveranstaltung  eingeladen. „Sie hatten, nachdem ihre Männer verstorben waren, ihren Garten nicht abgegeben, sonder weiter bewirtschaftet, weil das eben ihr Lebenswerk ist“, sagt Herbert Werner. Wie überall im Regionalverband stehen auch die Reichsbahngärtner vor der Herausforderung, der Anlage über den Generationswechsel hinaus eine weitere Zukunft zu geben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen