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Hagenower Kreisblatt

22. September 2017 | 00:56 Uhr

6,90 Meter als Scheitel vorhergesagt

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 06:45 Uhr

Boizenburg | Die Flut scheint uns nicht mit der vollen Wucht zu treffen, wie bislang befürchtet. Nachdem die Prognosen in den vergangenen Tagen von mehr als 800 Zentimeter am Pegel Boizenburg auf 745 für den 13. Juni nach unten korrigiert wurden, gab es gestern Nachmittag einen neue Vorhersage. Diese lautet 690 Zentimeter für Mittwoch, den 12. Juni.

Bürgermeister Harald Jäschke reagierte darauf ziemlich erleichtert. "Natürlich ist das keine Entwarnung, aber genau diesen Wert hatten wir beim Hochwasser im Januar 2011", erinnerte er gegenüber unserer Redaktion an die jüngste überstandene Hochwassersituation. Dass der Pegel bereits einen Tag später zehn Zentimeter weniger und am 14. Juni 655 Zentimeter anzeigen soll, spreche dafür, dass die Deiche eine deutlich geringere Belastung standhalten müssten, als vermutet.

Von einer Entwarnung wollte der Verwaltungschef nicht reden. "Nach wie vor gilt die Alarmstufe IV, der Katastrophenalarm ist nicht aufgehoben", sagte er. Die Stadt werde also weiterhin entsprechend handeln, ohne die schon laufenden Maßnahmen für den Hochwasserschutz noch zu erhöhen. Das heißt zum Beispiel Kontrollgänge auf den Deichen, auf denen bei weiter gestiegenen Wasserständen dann die Wachen folgen. Harald Jäschke zeigte sich von der Bereitschaft und dem großen Engagement der Feuerwehrleute und ihren Helfern total begeistert. Sie könnten alle jetzt durchatmen, nach Stand der Dinge sei ein ausreichender Vorrat an gefüllten Sandsäcken vorhanden.

690 Zentimeter, die gingen vor gut zwei Jahren nicht spurlos an unserer Region vorüber. Das wissen die Mitglieder des Hochwasser Krisenstabes, die seit Mittwoch in der Feuerwache "Adolf Hansen" täglich beraten, viele mit Routine. Stabschef Wolf-Eckhard Schröder kennt ebenso wie z.B. Gemeindewehrführer Bernd Buck, der Kontaktbeamte des hiesigen Polizeireviers Eckard Böbel, der Fachdienstleiter beim Landkreis für Recht und Kommunalaufsicht Christopher Pöschke und die Ordnungsamtsleiterin von Boizenburg-Land Karin Wienecke, alle Schritte, die jedem Pegelstand folgen müssen.

Ihre Entscheidungen haben auch Banker und Geschäftsleute getroffen. "Wir bemühen uns, wie gewohnt für unsere Kunden da zu sein", so Jens Mischek von der Raiffeisenbank am Bahnhof. Gleiches erfuhren wir vom Verkaufsleiter von "Norma" für MV und Schleswig-Holstein. "Wir bereiten uns in Boizenburg auf alles vor", sagte Christian Wolfgramm und meinte damit auch die Bevorratung von Waren mit großer Nachfrage, wie Mineralwasser, Bockwurst, Fertiggerichte und Toilettenpapier. Bei "Penny" am Ellernholzplatz verhält sich das anders. "Wir haben", so Bezirksleiter Eugen Günther, "ab dem 7. Juni geschlossen und hoffen, bald wieder öffnen zu können." Das Risiko bei einer Flut sei bei diesem tief gelegenen Standort einfach zu hoch.

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