Boxen : 48 Kämpfer für 800 Boizenburger

Robin Leinweber vom SV Waren (li) kämpfte in der Klasse bis 16 Jahre gegen Berat Tolga Aciksari vom Polizeiverein Hamburg. Er boxte 2015 zum ersten Mal in der Oberliga und siegte.  Fotos: Katja Frick
1 von 2
Robin Leinweber vom SV Waren (li) kämpfte in der Klasse bis 16 Jahre gegen Berat Tolga Aciksari vom Polizeiverein Hamburg. Er boxte 2015 zum ersten Mal in der Oberliga und siegte. Fotos: Katja Frick

Boxabend der SG Aufbau entwickelt sich zum gesellschaftlichen Event im Herbst.

von
08. November 2015, 19:01 Uhr

„Wir sind ausverkauft“, erklärte Karl-Heinz-Kruse, Vereinsvorsitzender der SG Aufbau zu Beginn des Boizenburger Boxabends am Sonnabend. Die mittlerweile zum dritten Mal stattfindende Veranstaltung hat sich in kürzester Zeit zu einem gesellschaftlichen Event für Sportler und Einwohner der Region entwickelt. Warum sich die Boizenburger wie so viele andere Menschen weltweit nun gerade für den Boxsport so stark begeistern, darüber kann man philosophieren. Fakt ist, dass mit keinem anderen Sport so viel Geld verdient wird und auch mit keinem anderen Element der Popkultur. Mit Brot und Spielen hielten schon die römischen Cäsaren ihr Volk bei Laune, um sie von Missständen abzulenken. Der SG Aufbau will offensichtlich tatsächlich etwas für die Bürger Boizenburgs tun und ihnen sowohl einen Treffpunkt bieten als auch den Boxern im Norden eine Plattform. Die Rechnung geht auf. „Wir haben heute Abend 24 Kämpfe in allen Gewichtsklassen“, berichtete der stellvertretende Vereinsvorsitzende Wolfgang Mieck nicht ohne Stolz kurz vor dem Start. „Im letzten Jahr waren es nur 13.“ Die Boxer kamen aus Boizenburg, Hamburg, Lübeck, Schwerin, Wismar, Neustadt-Glewe, Ludwigslust und Waren. Rund zwei Drittel der Sportler trugen ausländische Namen, augenscheinlich kann der Boxsport seinen Nachwuchs nur durch junge Sportler nichtdeutscher Herkunft sichern. Die erste Hälfte des Abends wurde von den sogenannten „Kadetten“ bis 16 Jahre bestritten, die jeweils drei Mal zwei Minuten miteinander kämpften, die Erwachsenen mussten dann drei Mal drei Minuten durchhalten. Und die können verdammt lang werden. Wer jemals Boxen ausprobieren musste oder durfte, weiß, dass das „A“ dieses Sports Kondition und das „O“ Reaktionsschnelligkeit ist. Außerdem müssen die Sportler eine gute Deckung und Beinarbeit sowie eine gewisse Konsequenz beim Landen der Treffer an den richtigen Stellen mitbringen. Und sie müssen natürlich einstecken können. Am Sonnabend konnte man gut beobachten, dass derjenige, der von einer dieser Fähigkeiten zu wenig mitbrachte, den Sieg dem Gegner überlassen musste.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen