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Hagenow : 401: Ein Bataillon wird 25 Jahre alt

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hagenows Panzergrenadiere sind nicht nur extrem heimatverbunden, sie gehören im deutschen Heer auch zu den Elitesoldaten

Die Feier am kommenden Freitag findet zwar nur für geladene Gäste und hinter den Kasernentoren statt, dennoch wollen die Hagenower Soldaten, die Panzergrenadiere von 401, ihren Geburtstag ordentlich und vor allem würdig feiern. Dass zeitgleich der Rückkehrappell für die Soldaten aus dem Kosovoeinsatz beginnt, passt ins Bild. Denn eigentlich waren die Grenadiere aus dem mecklenburgischen Hagenow in den vergangenen Jahren immer irgendwo im Einsatz. Im Kosovo, in Afghanistan, jetzt in Mali, auf einem Marineschiff im Mittelmeer, im Libanon.

Sie, die Grenadiere, sind die Arbeitspferde des deutschen Heeres: flexibel, immer einsetzbar, belastbar, zuverlässig und auch zunehmend kriegserfahren. Das war 1991, bei der Aufstellung des Bataillons, noch in keiner Weise absehbar. Die Ausrüstung der Soldaten mag in die Jahre und ins Gerede gekommen sein, ihre Ausbildung ist es nicht. Dafür sorgt schon das seit Jahren stabile Korps der Berufssoldaten, der Stammdiener, die wie unverrückbare Korsettstangen eingezogen sind und auf die sich noch jeder Kommandeur verlassen konnte.

In glühender Hitze auf Patrouille, Hagenower Grenadiere nahe Kunduz im Einsatz.

In glühender Hitze auf Patrouille, Hagenower Grenadiere nahe Kunduz im Einsatz.

Foto: Bundeswehr
 

Allein die Tatsache, dass es dieses Bataillon überhaupt noch gibt, ist fast ein Novum in der jüngeren Bundeswehrgeschichte. Angesichts der vielen Reformen, Umstellungen und Zusammenführungen bei der Bundeswehr in der Nachwendezeit sind die Hagenower Grenadiere fast schon ein Traditionsverein.

Auf die eigene Geschichte und die des Standortes ist schon immer viel Wert gelegt worden. Entstand der Verband der Grenadiere doch aus einem anderen militärischen Verband, dessen Geschichte 1949 begann. Es geht um das Motorisierte Schützenregiment 29, das 1980 in die damals neue gebaute Hagenower Kaserne von Prora auf Rügen verlegt wurde. Dieses Regiment hatte auch unter NVA-Verhältnissen eine besondere Rolle inne. Als so genanntes Deckungsregiment sollten die Hagenower im angenommenen Kriegsfall ganz nach vorn an die Grenze rücken, flankiert von sowjetischen Einheiten. Ein Bereitstellungsraum nahe Lübtheen und Laave war dafür immer vorbereitet worden.

Hagenower Grenadiere während der Angriffsvorführungen. Ständige Übungseinsätze gehören zum Alltag bei 401.

Hagenower Grenadiere während der Angriffsvorführungen. Ständige Übungseinsätze gehören zum Alltag bei 401.

Foto: Bundeswehr
 

Hagenow war auch nach der Wende Sinnbild für das Zusammenwachsen beider deutscher Staaten. Zwar bekamen die Soldaten schon ab 1. April 1991 die Uniformen der Bundeswehr, waren aber noch bis 1993 mit russischer Kampftechnik unterwegs. Dann wurden die „BMP-Schützenpanzer“ von den „Mardern“ abgelöst.

Seitdem haben Tausende Wehrpflichtige in Hagenow gedient, genauso wie Hunderte Freiwillige. Und die Bundeswehr hat in der Region sehr schnell Kontakt gefunden. Zwar wohnen nach wie vor nur wenige Soldaten in Hagenow und Umgebung. Doch es gibt enge Patenbeziehungen der Kompanien zu einzelnen Städten. Es gab und gibt Bataillonsbiwaks, Tage der offenen Tür mit Tausenden Gästen. Und es gab die Hilfseinsätze, wobei die wirklich aufopfernde Hilfe der Soldaten bei den Elbehochwassern bleibenden Eindruck in der Bevölkerung hinterlassen hat.

Soldaten verteidigen den Deich: Grenadiere der 3. Kompanie aus Hagenow im Einsatz bei Mahnkenwerder.

Soldaten verteidigen den Deich: Grenadiere der 3. Kompanie aus Hagenow im Einsatz bei Mahnkenwerder.

Foto: Kreiß
 

Öffentliche Gelöbnisse könnte die Bundeswehr jederzeit auf dem Hagenower Rathausplatz abhalten, ohne auch nur einen Militärpolizisten einsetzen zu müssen. In Berlin ginge das nicht. Das sagt viel über die Selbstverständlichkeit, mit der die Bundeswehr heute hier in Hagenow dazugehört. Am Freitag wird das ab 14 Uhr gefeiert, auch mit vielen ehemaligen Soldaten.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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