Flüchtlinge : 24 Stunden im Einsatz

... organisiert einen Zahnarzttermin für Flüchtlinge in Lübtheen.
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... organisiert einen Zahnarzttermin für Flüchtlinge in Lübtheen.

Notunterkunft in Lübtheen mit 178 Flüchtlingen voll besetzt / Helfer kommen mitunter an ihre Grenzen

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22. September 2015, 07:45 Uhr

Noch ist alles etwas durcheinander in der Notunterkunft des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lübtheen. Vor allem die medizinische Versorgung der 178 Flüchtlinge bereitet kleine Probleme. „Alles muss sich erst einspielen“, sagt Andreas Skuthan, Koordinator Ehrenamt des zuständigen DRK-Kreisverbandes Ludwigslust. Zwölf bis fünfzehn Helfer sind täglich vor Ort, organisieren Arztbesuche, geben Essen aus, reparieren die Heizung, stehen Rede und Antwort für die Fragen der Flüchtlinge – rund um die Uhr und größtenteils ehrenamtlich.

Davon macht sich gestern auch der Präsident des DRK-Landesverbandes, Werner Kuhn, ein Bild. Vier Unterkünfte mit 672 Flüchtlingen betreibt sein Verband derzeit in Eigenregie. Was er in Lübtheen sieht, stimmt ihn zufrieden. Vor allem die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr lobt Kuhn.

Das kann auch Fred Klinge bestätigen, der seit zwei Wochen ehrenamtlich in Lübtheen hilft. „Ein super Team“, sagt er. Ständig sprechen ihn die Flüchtlinge gestern an. Zum Beispiel bei Zahnschmerzen. Er übersetzt mit einem Programm auf dem Tablet. Andreas Skuthan telefoniert gleich mit einem Zahnarzt, der sich bereit erklärt, schnell zu helfen. Wenige Minuten später bringt der Fahrdienst mehrere Patienten in die Praxis. „Wir haben täglich neue Situationen. Und vieles ist auch für uns schwer“, sagt Skuthan. Langfristig müssten solche Situationen auch mit hauptamtlichen Kräften gestemmt werden. Da müsse die Politik reagieren.

Bis dahin versuchen alle vor Ort Ruhe reinzubringen und den Alltag der Flüchtlinge zu verschönern. Darunter auch die Bürgermeisterin Ute Lindenau zusammen mit vielen Helfern des Bündnisses und der Kirchengemeinde. Erst am Wochenende haben sie Fahrräder, Windeln, Handtücher vorbei gebracht. Seit gestern ist jeden Tag ein Team vor Ort, um mit den Kindern zu spielen. Ein Arzt hat laut Ute Lindenau schon angeboten, Sprechzeiten in der Notunterkunft abzuhalten. Für einen möglichen Deutschkurs sei einiges angeschoben. Und auch die Spendenannahme sei geregelt. Dringend gebraucht werden warme Kleidung in nicht zu großen Größen, Kindersachen, Schuhe, Fahrräder, Spiel- und Schreibzeug, Babymilch und eine Waschmaschine. Alles kann jederzeit an der Wache der ehemaligen Kaserne oder an Dienstagen und Donnerstagen im Lübtheener Rathaus abgegeben werden. „Ich denke, es ist gut angelaufen“, so Ute Lindenaus Fazit.

Eine große Hilfe wäre allerdings noch ein Dolmetscher, sagen alle vor Ort. Vielleicht sogar ein bereits anerkannter Syrer, der den Alltag erleichtern könnte.

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