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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 16:51 Uhr

20 Jahre Einheit mit Freunden gefeiert

vom

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erstellt am 03.Okt.2010 | 06:02 Uhr

Ludwigslust | Zur Festveranstaltung anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit hatte der Landkreis am Vortag des 3. Oktober eingeladen. Feudal war sie nicht, auch wenn als Rahmen der Goldene Saal des Schlosses gewählt und die Gäste nach einer Andacht in der benachbarten Katholischen Kirche zum Sektempfang geladen waren. Vielmehr offenbarte die fast zweistündige Feier Sichtweisen auf die zurückliegenden 20 Jahre und auf Bevorstehendes. So freute sich Kreistagspräsidentin Gisela Schwarz, neben Vertretern aus Politik, Wirtschaft und vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, die Landräte und weitere Vertreter der Partnerkreise Borken und Wesermarsch sowie Männer und Frauen begrüßen zu können, die 1989 jenen demokratischen Prozess ausgelöst und vorangetrieben hatten, der Deutschland wiedervereinte. Sich unter den damaligen Bedingungen im Osten in friedlicher Revolution für den Sieg der Demokratie einzusetzen, sei schwer und gefährlich gewesen, sagte sie. "Aber der Kampf, der schließlich die Mauer hinweggefegt hat, hat sich gelohnt."

Landtagspräsidentin Sylvia Bret schneider sprach vom wichtigen Fall der Mauer, dem eine unglaubliche Bewegung und ein unglaublicher Wille vorangegangen waren. Sie sprach von der Partnerschaft Ost-West, davon, das Zusammenwachsen voranzubringen, von noch immer existierenden Grenzen in den Köpfen und von der heutigen Jugend, die ohne die Erinnerungen und Vorbehalte der Alten die Einheit vollenden werden. Als Fazit der vergangenen 20 Jahre ist ihr unabweisbar: "Manche von uns haben viel verloren, den Arbeitsplatz, die Heimat vielleicht, weil sie auf der Suche nach Arbeit oder einem Ausbildungsplatz in ein anderes Bundesland oder sogar ins Ausland verzogen sind, bestimmte Privilegien oder eine scheinbar gesicherte Existenz", sagte Sylvia Bretschneider. "Aber wir alle haben Entscheidendes gewonnen, wir leben in einer rechtsstaatlichen Demokratie, die uns ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit erst ermöglicht."

Landrat Rolf Christiansen sprach von kommunaler Selbstverwaltung, dem Einsatz der Politik für die Menschen, der nicht frei von unliebsamen Entscheidungen ist, vom täglichen Kampf der Landkreise und Kommunen um Entscheidungsfreiheiten und notwendige Finanzausstattungen. Auch er sehe den Prozess des Zusammenwachsens von Ost und West nach 20 Jahren Deutscher Einheit unvollendet. Entscheidend befördert werde er im Landkreis Ludwigslust, einem der wirtschaftlich stärksten in MV, durch die mittlerweile 19-jährigen Partnerschaften zu den Landkreisen Borken und Wesermarsch.

Partnerschaftliche Beziehungen zwischen Kommunen in Ost und West, so der Landrat des Landkreises Wesermarsch, Michael Höbrink, seien nach der Wende sehr viele entstanden. Viele seien inzwischen lange beendet. "Umso mehr freue ich mich, dass die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Landkreisen seit 19 Jahren so gut funktionieren - weit über die politische Ebene hinaus", sagte Höbrink und drückte seine Überzeugung aus, dass derart gelebte Freundschaften für das Zusammenwachsen von Ost und West unverzichtbar seien.

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