Frühlingsfest in Boizenburg : 17. Hyazinthenfest war ein Erfolg

<p>Die neue Hyazinthenkönigin heißt Miriam I.</p>
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Die neue Hyazinthenkönigin heißt Miriam I.

Mehr als 3000 Besucher wollten sich das beliebte Frühlingsfest nicht entgehen lassen. Die neue Königin heißt Miriam I.

svz.de von
03. April 2017, 07:00 Uhr

Die Erleichterung war den Veranstaltern vom Boizenburger Handwerks- und Gewerbeverein (HGV) am Sonntagnachmittag anzumerken. „Das 17. Hyazinthenfest war ein guter Erfolg“, stellte Ruth Hasemann vom vierköpfigen Vorbereitungsteam fest. Etwa 3.000 Besucher aus der ganzen Region waren zu dem Frühlingsfest in die Stadt an der Elbe gekommen. Und offensichtlich war die Bekanntgabe der neuen Hyazinthenkönigin der größte Besuchermagnet, denn da standen die Besucher dicht an dicht gedrängt auf dem Marktplatz.

Zu recht. Denn erstens fuhr Miriam I. zusammen mit ihrer Hofdame Leni Ella Sophie spektakulär in einem Cadillac auf dem Marktplatz vor. Und zweitens ist die Besetzung des Amtes gerade durch sie ein wirklicher Knaller. „Mein Vater kommt aus Mosambik“, erzählte die 28-jährige Boizenburgerin der SVZ. Als im Herbst Kandidatinnen für eine neue Hyazinthenkönigin gesucht wurden, sei eine Freundin zu ihr gekommen und habe gemeint, gerade sie müsse das machen. „Ich will zeigen, wie tolerant die Boizenburger eigentlich sind. Ich habe in den zehn Jahren, in denen ich hier lebe, nur Positives erfahren und bin hier sehr gut aufgenommen worden. Ich fühle mich hier sehr wohl“, meint Miriam. Die junge Frau kennen viele Boizenburger, sie war FSJlerin im Jugendfreizeithaus „Luna“, hat zwei Jahre in der Kulturkate Lübtheen Theater gespielt und singt jetzt im Gospelchor „Chorizont“. Im Juli beendet sie ihre Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin und macht gleichzeitig Fachabitur. Danach möchte sie erst einmal arbeiten - natürlich in Boizenburg - und dann ein duales Studium in Hamburg beginnen.

Hofdame Leni wiederum hat sich schon in ihrem jugendlichen Alter als Powergirl erwiesen. „Ich wollte un-, unbedingt Hofdame der Hyazinthenkönigin werden“, lächelt die Elfjährige aus Schwartow geradezu hoheitsvoll. „Deshalb habe ich schon vor zwei Jahren eine Email an Bürgermeister Harald Jäschke geschrieben. Der hat meine Kontaktdaten weiter an den HGV gegeben.“ Und als es jetzt ernst wurde mit einer neuen Hofdame, erinnerte sich der HGV tatsächlich an Leni und lud sie ein. Lenis Mutter und Großeltern - die in Rensdorf wohnen - waren beim Fest dementsprechend stolz auf Tochter und Enkelin. „Ich selbst wollte nie Prinzessin sein“, lachte Lenis Mutter, „höchstens eine richtige!“

Miriam I. wollte ebenfalls eigentlich nie Prinzessin bzw. Königin werden. Sie fährt gern wenig majestätisch mit einem Mountainbike auf den Deichen an der Elbe entlang. Doch die Aufgabe, die sie sich selbst und ihre Freunde, aber offensichtlich auch der HGV, mit dem Amt der Hyazinthenkönigin gestellt hat, gibt dem Ganzen einen tieferen Sinn. Bei ihrem ersten Auftritt vor den Boizenburgern und ihren Gästen überstrahlte ihr Lächeln jedenfalls alles. „Ich liebe Boizenburg“, rief Miriam I. der Menge zu.

„Wir waren vor drei Jahren schon einmal hier“, erzählte das Ehepaar Jancke aus Ludwigslust. Im letzten Jahr wären sie auch gern gekommen, aber da sei das Fest ja leider ausgefallen. Herr Jancke ist Hobbyfotograf und gehört zu einer Fotogruppe. Auf die Frage nach seinem Lieblingsmotiv an diesem Sonntag meinte er: „Das ist nach wie vor meine Frau.“ Das Paar ist seit 45 Jahren verheiratet, veriet Frau Jancke der SVZ.

Nach dem Auftritt seines Gospelchors „Chorizont“ genoss der Kantor der St. Marienkirche, Napoleon Savelli, mit seiner Frau Yaurits ebenfalls das Treiben auf dem Marktplatz. „Das Fest gefällt uns“, meinten beide, die vor gut einem Jahr aus Venezuela in die Elbestadt kamen. Obwohl in ihrer Heimatstadt Caracas solche Feste eher heftiger gefeiert werden, lachte das Paar.

Dirk Foitlänger vom Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zog ebenfalls eine positive Bilanz für die Publikums-Eröffnung der neuen Outdoor-Ausstellung „EinFlussReich“ auf dem Elbberg. „Ca. 400 Besucher sahen sich im Tagesverlauf die Ausstellung an.“

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