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Nach Knüppelattacke auf Boizenburger Polizeibeamten : 14-jähriger Hilfsschüler verweigert die Aussage

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Ein 14-jähriger ist am Montagmittag vor der Förderschule in Boizenburg mit einem Holzknüppel auf einen Polizisten losgegangen. Er ist der Polizei bekannt und kommt aus einem Kinder- und Jugendheim der Region.

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erstellt am 27.Mär.2012 | 09:22 Uhr

Boizenburg | Ein Jugendlicher ist am Montagmittag vor der Förderschule in Boizenburg mit einem Holzknüppel auf einen Polizisten losgegangen. Wie ein Polizeisprecher gestern mitteilte, handele es sich dabei um einen Polizei bekannten 14-jährigen Förderschüler aus einem Kinder- und Jugendheim der Region, der erst mittels Pfefferspray von seinem Vorhaben abgebracht werden konnte, und schließlich in Handschellen abgeführt wurde.

Ausgangspunkt sei ein Streit mit Schlägerei zwischen mehreren Personen an der Förderschule Boizenburg gewesen, so der Sprecher. Die Mutter eines angegriffenen Jugendlichen soll nach eigenen Angaben mit einem abgebrochenen Flaschenhals bedroht worden sein. Die gerufenen Beamten verfolgten zwei der flüchtenden Schläger, und konnten sie kurz darauf stellen. Als die beiden Polizisten sich ihnen näherten, blieb einer der beiden plötzlich stehen und ging dann mit dem besagten Holzknüppel auf einen Beamten los. Dieser forderte den Jugendlichen mehrmals auf, den Knüppel wegzulegen. Der 14-Jährige reagierte nicht, sondern ging weiter mit erhobenem Knüppel auf den Polizisten zu. Um den Angriff abzuwehren, sei nichts anderes übrig geblieben, als Pfefferspray einzusetzen. Erst jetzt warf der Jugendliche den Knüppel weg und legte sich auf den Boden. Ihm mussten Handfesseln angelegt werden. Der 14-Jährige wurde sofort ärztlich behandelt und anschließend in Gewahrsam genommen. Bei der Vernehmung habe er allerdings zum Vorwurf geschwiegen. Die Beamten übergaben ihn anschließend an die Verantwortlichen des Heims. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei gegen ihn wegen der vorangegangenen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

"Die Gründe für solche Taten sind vielfältig"

Die Gründe für solche Taten seien vielfältig, so die Leiterin der Förderschule in Boizenburg, Edith Brandenburg. Nur so viel kann die Pädagogin zu diesem Fall sagen: "Dazu gehört immer eine Vorgeschichte." Ähnliche Zwischenfälle kennen Edith Brandenburg und ihre Lehrer zwar - "allerdings nur selten in diesem Ausmaß". Eigentlich würden anschließend immer Gespräche geführt zwischen Schüler und Lehrern, oder den Schulsozialarbeitern, damit sich der Jugendliche öffne. "Sitzen die Probleme tiefer, ist das nicht immer so schnell und einfach möglich", erklärte die Schulleiterin. Und den besagten Jugendlichen habe sie erst seit kurzem in der Schule gehabt.

Ein außergewöhnlicher Vorfall, gerade mit einem Jugendlichen, bestätigte gestern auch der Polizeisprecher. Allerdings seien die Beamten für solche Situationen ausgebildet, um bei Widerstandshandlungen so zu handeln, dass niemand ernsthaft verletzt wird - weder Polizeibeamte, noch Angreifer. Gelegentlich stellen Polizisten das unter Beweis, so der Sprecher. Schon bei simplen Verkehrsdelikten oder Familienstreitigkeiten. Oft sei dann auch Alkohol im Spiel, wie am Montagmittag bei dem Jugendlichen in Boizenburg.

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