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Dodow Wittendörp fühlt sich ausgebootet

Von mayk | 03.05.2020, 18:00 Uhr

Enttäuschung in der Gemeinde nach Absage für Finanzierung des Drönnewitzer Einsatzfahrzeuges

Die Großgemeinde Wittendörp fühlt sich wieder einmal im Stich gelassen: von den Behörden. Grund ist die in diesen Tagen zugestellte Ablehnung für die Förderung eines neuen Einsatzfahrzeuges für die Drönnewitzer Wehr. Bürgermeister Kurt Bartels, sonst die Ruhe in Person, schäumt in der jüngsten Sitzung vor Wut. Das Ganze sei vom Landkreis unter fadenscheinigen Begründungen abgewiesen worden. Dabei seien Unterlagen an das Land wohl jahrelang nicht weitergeleitet worden. Die Gemeindevertretung will nun alles daran setzen, um herauszufinden, warum sie wieder einmal das Nachsehen hat.

Es ist der vorläufige Höhepunkt eines traurigen Kapitels in Sachen Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges. Die Förderung sei wegen des fehlenden Brandschutzbedarfsplanes der Gemeinde nicht möglich, teilte Bartels seinen Gemeindevertretern auf der jüngsten Sitzung am 30. April mit. Dumm nur, bisher hat das keinen gestört. Als das Fahrzeug, ein LFC, zum ersten Mal 2014 bestellt wurde, war von einem derartigen Plan noch gar keine Rede. Bis zuletzt sei die Gemeinde auch vom Land in dem Glauben gelassen worden, es gäbe eine reale Chance.

Bürgermeister Bartels sieht Beweise dafür, dass der Landkreis Unterlagen zwei Jahre einfach nicht an das Land weitergereicht hat. Er habe den Landrat direkt angeschrieben und um eine Antwort in der Sache gebeten, aber noch keine erhalten. Er halte die jetzige Begründung für fadenscheinig. Sein Amtsvorgänger und jetziger Gemeindevertreter Bernd Ankele will zudem klären lassen, welche Rolle die Wittenburger Amtsverwaltung in der Sache gespielt habe. Allen in der Gemeinde sei übel aufgestoßen, dass das zu Wittenburg gehörende Lehsen die Förderung vom Innenminister bekommen habe, obwohl der dortige Antrag viel später eingereicht worden sei. „Ich werde da ein richtiges Fass aufmachen, wenn herauskommt, dass wir da betrogen wurden“, so Ankele. „Wir wissen doch alle, dass unser Auto in Lehsen steht“, war sich auch Thomas Weining, Gemeindevertreter aus Drönnewitz, sicher. Die Gemeinde hat für die Feuerwehr im Ort für Ersatz gesorgt mit einem alten, gebrauchten Feuerwehrauto.

Damit nicht genug, gab es auch Stress um einen Vertrag für einen Atemschutz- und Schlauchverbund. Den habe ihm der Landkreis einfach zur kurzfristigen Unterschrift vorgelegt, berichtet Bartels seiner Vertretung. Er habe den Vertrag aus vielen Gründen nicht unterschreiben können. So sollten sich die Prüfkosten für die Schläuche im Vergleich zu heutigen Preisen verdreifachen, auch hätte die Gemeinde kaum noch Mitspracherechte gehabt und eine pauschale Steigerung um jährlich fünf Prozent sollte auch normal sein. Für Bartels war das ganze Werk sittenwidrig, die Vertretung teilte seine Position. Der neue Vertrag ist für viele Gemeindevertreter ein Beweis mehr, dass einige Mitarbeiter im Fachdienst des Landkreises ein Eigenleben haben.