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Pritzier „Wir brauchen keinen neuen Weg“

Von THME | 15.08.2015, 07:51 Uhr

Gemeinde Pritzier will Eichenallee und Grünen Weg mit Förderung sanieren, Anwohner wollen jedoch ländlichen Zustand beibehalten

„Mir geht es bei der Gemeindearbeit einfach um Offenheit, Ehrlichkeit und Fairness im Umgang mit den Bürgern“, schimpft Georg Wendt, Mitglied der örtlichen Gemeindevertretung und des Finanzausschusses wie auch erster Vorsitzender des 1. Aktiven Bürgerforums der Region Pritzier-Schwechow.

Mit Befremden sowie Unverständnis hätten er sowie Anwohner im jüngsten Kommunalanzeiger vom geplanten Ausbau der Eichenallee und des Grünen Weges erfahren. „Jeder Anwohner in der Eichenallee ist mit dem jetzigen ländlichen Zustand zufrieden und will keinen neuen Weg. Das haben mir alle so gesagt“, erklärt der 63-Jährige im SVZ-Gespräch. Besonders erstaune ihn jedoch, dass weder der Bürgermeister noch die Mitglieder des Bauausschusses bisher das Gespräch mit den acht Anrainer-Familien gesucht hätten. Mit dem geplanten Ausbau solle im Rahmen der öffentlichen Förderung aus Mitteln der Dorferneuerung eine Verbesserung der verkehrlichen Anbindung der Baugrundstücke erzielt werden. „Hier gibt es keine Baugrundstücke, alles ist bereits bebaut. Seit über 20 Jahren“, schüttelt Wendt verständnislos den Kopf und verweist auf die ohnehin angespannte Haushaltslage der Kommune. „Es sollen rund 120 000 Euro dafür eingesetzt werden. Davon kommen vielleicht 94 500 Euro von der öffentlichen Hand, den Rest, rund 25 000 Euro, müssen dann auf die Anlieger als Ausbaubeitrag umgelegt werden. Das sind 3000 bis 3500 Euro für jede Familie. Außerdem würden rund 1000 Quadratmeter als Fläche versiegelt. Wozu?“

Diese Frage unter anderem zu klären, ist am kommenden Dienstag, dem 18. August, um 19 Uhr im Gemeindezentrum „Alter Konsum“ eine öffentliche Gemeindevertretung geplant.

Bürgermeister Thomas Witt kann die ganze Aufregung um den geplanten Ausbau nicht verstehen.

„Es sind in der Tat die letzten beiden Straßen in unserer Gemeinde, die noch nicht saniert sind. Deshalb streben wir für den Grünen Weg einen Ausbau über den ländlichen Wegebau an, jedoch nicht ohne 100-prozentige Förderung. Für die Eichenallee können wir nach Beantragung vielleicht 65 Prozent der Gesamtkosten gefördert bekommen. Die restlichen 35 Prozent müssten zu 60 Prozent die Gemeinde und zu 40 Prozent die Anwohner übernehmen. Bekommen wir die Förderungen nicht, wird auch nicht gebaut“, sagt der Dorfobere. Um sie zu beantragen, bedürfe es erst mal einer Planung. Witt: „Übergangen wird niemand. Die Bürger werden mit einbezogen, wenn es etwas Spruchreifes zu vermelden gibt. Wir also Nägel mit Köpfen machen können. Im Übrigen ist mir auch noch keine Kritik an unseren Überlegungen zu Ohren gekommen. Eher das Gegenteil. Gerade als Gemeindevertreter sollte Herr Wendt erst mal die Fakten abwarten, bevor er die Anwohner unnötig wild macht.“