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Zarrentin „Wir alle müssen lauter und noch viel mutiger werden“

Von THME | 28.08.2015, 14:19 Uhr

Auswertung der Zarrentiner Bürgerumfrage geriet zur Fragestunde und Ideenpool der Besucher

Kommunale Ziele zu verwirklichen sei nicht nur anstrengend, sondern auch oft sehr langwierig, gesteht Zarrentins Stadtoberhaupt Klaus Draeger am Donnerstag Abend im Saal des örtlichen Fischhauses, den rund 45 Einwohnern. Sie waren gekommen, um an der Auswertung der im Februar durchgeführten Bürgerumfrage teilzunehmen. 2419 Haushalte waren damals angeschrieben worden, 349 hatten sich beteiligt. Das sind rund 15 Prozent, doppelt so viele, als noch bei der ersten Umfrage im Jahre 2010.

Traditionsverbunden, zukunftsorientiert, gastlich, liebenswert, aber leider auch verschlafen; so lautet die Einschätzung der Mehrheit. Mit den Arbeitsmöglichkeiten ist mehr als die Hälfte unzufrieden. Nicht ganz so schlimm sieht es bei den Einkaufsmöglichkeiten und dem Wohnungsmarkt aus. Hier tun um die 40 Prozent ihren Unmut kund. 67 Prozent der unter 25-Jährigen finden die Arbeitsmöglichkeiten mies. Bei den 26- bis 40-Jährigen sind es 65 Prozent. Die 41- bis 60-Jährigen äußern zu 58 Prozent ihren Unmut.

Mit der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Stadt können sich 41,3 Prozent der Zarrentiner nicht anfreunden. 47,3 Prozent finden außerdem, dass es zu wenig kulturelle Einrichtungen gibt. 65,9 Prozent finden außerdem, dass das Radwegenetz ungenügend ist. Knapp 65 Prozent bemängeln zu wenig Angebote für Kinder und Jugendliche, 42, 4 Prozent den Service für Behinderte.

Mehr Förderung zur Ansiedlung von Einzelhandel, b besserer Schutz vor Einbrüchen, der Bau eines Mehrzwecksaales für öffentliche Veranstaltungen, die Sanierung und Erweiterung des Rad- und Wanderwegenetzes, die Förderung einer Seniorenwohnanlage sowie die Neugestaltung der Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche wie auch die Förderung eines barrierefreien Zarrentins wurden als Maßnahmen genannt, um die Zufriedenheit in der Schaalseestadt und den Ortsteilen zu steigern. 62 Prozent der befragten sehen in der medizinischen Versorgung die größten Probleme, gefolgt vom öffentlichen Nahverkehr (61 %), gastronomische Angebote (57 %) und den Schulden der Stadt (53 %). Immerhin liegt die Pro-Kopf-Verschuldung zwischen 1300 bis 1400 Euro.

„Wir haben die Marschroute für die nächsten Jahre festgelegt und sind an jedem konstruktiven Hinweis interessiert. Die Ausschusssitzungen sind öffentlich, also für jeden Bürger zugänglich“, betont Draeger im Laufe des Abends.

Beate Hoffmann aus Kogel findet noch deutlichere Worte: „Um als Region wahrgenommen zu werden, bedarf es gemeinsamen Handelns. Da müssen wir mindestens noch drei Schippen drauflegen, um uns besser zu vermarkten. Wir alle müssen lauter und noch viel mutiger werden.“