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Hagenow Weihnachtsmann auf Bestellung

Von naho | 23.12.2016, 21:00 Uhr

Der Terminkalender von Uwe Griem ist heute prall gefüllt, denn der Hagenower ist wieder als Rauschebart in der Region unterwegs

Pünktlich am 24. Dezember holt Uwe Griem seinen roten Umhang, den Rauschbart und seine kleine goldene Brille aus dem Schrank hervor. Ein Jahr lang hat das Kostüm dort gehangen. Jetzt ist es soweit, heute wird es wieder angezogen. Denn der Hagenower verwandelt sich heute, am Heiligen Abend, wieder zum Weihnachtsmann.

Sein Terminplaner ist in diesem Jahr prall gefüllt. Zehn Familien warten auf Knecht Ruprecht. „Es ist ganz schön stressig, aber es macht auch sehr viel Spaß“, sagt Uwe Griem zu seinem etwas ungewöhnlichen Hobby an den Feiertagen. Los geht es bereits am Nachmittag in Waschow, dann weiter nach Dodow, Kuhstorf, Hagenow Heide und Tessin. „Unsere 100 Kilometer fahren wir da schon“, so der Weihnachtsmann weiter. „Mich stört das aber nicht. Mein Sohn ist jedes Jahr mit dabei und managt alles, so dass wir überall rechtzeitig ankommen.“

Angefangen hat alles vor 15 Jahren in Kuhstorf. Hier wurde Uwe Griem zum Rauschebart. Eigentlich war es eher ein Zufall, erinnert sich der 52-Jährige. In Kuhstorf spielte ein älterer Mann schon Jahre lang den Weihnachtsmann. Als seine Frau erkrankte, musste Ersatz her und Uwe Griem sprang ein. „Das erste Jahr habe ich sein Weihnachtskostüm angezogen und die Familien haben mich dann immer zur nächsten Adresse geführt. Ich kannte mich ja überhaupt nicht aus“, weiß er noch von seinen Anfängen zu berichten. Dann habe es sich schnell rumgesprochen und Uwe Griem wurde von immer mehr Familien gebucht. „Im letzten Jahr hatte ich 16 Familien, bei denen ich den Weihnachtsmann gespielt habe. Da waren wir von morgens an unterwegs.“

Damit er so authentisch wie möglich aussieht, hat sich der Hagenower vor rund zehn Jahren sein eigenes Kostüm anfertigen lassen. Und es kommt an. Viele Familien buchen ihn jedes Jahr wieder. „Wir machen dann einen Termin aus und wenn ich komme, wartet der große Sack mit den Geschenken schon auf mich.“ Die meisten Familien, bei denen Uwe Griem den Weihnachtsmann spielt, kenne er nicht. „Oft wissen auch sie gar nicht, wie ich aussehe. Nur meine Stimme kennen sie.“ Auf der Straße in privater Kleidung wird er nicht erkannt. Aber auch das gehört dazu, er ist eben für viele der Weihnachtsmann mit der goldenen Brille, dem Rauschebart und dem roten Umhang.

Auch wenn die Familien oft unterschiedlich das Weihnachtsfest begehen, schön sei es eigentlich bei allen. „Besonders mag ich aber die traditionellen Weihnachtsabende“, gesteht der Weihnachtsmann. Bei einer Familie in Kuhstorf werde beispielsweise jedes Jahr viel musiziert. „Die Kinder spielen Akkordeon und es wird ganz viel gesungen“, verrät er. Aber er hat auch schon Kinder erlebt, bei denen selbst die Rute keine Wirkung zeigte. „Der Junge wusste kein Gedicht oder Lied und da habe ich gesagt, na gut dann gehe ich eben wieder. Da meinte der Junge einfach: ok, dann geh’ doch“, erinnert er sich lachend. „Da habe ich nicht schlecht geguckt.“ Aber das seien Ausnahmen. „Ein bisschen Respekt haben sie alle noch vorm Weihnachtsmann.“

Wenn der Weihnachtsmann nach seinen ganzen Termin heute nach Hause kommt, wartet seine Frau Astrid auf ihn. Dann fällt der ganze Stress von Uwe Griem ab und es ist Zeit, gemeinsam mit seiner Familie das Weihnachtsfest zu feiern.