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Unfassbar Vandalen verwüsten Wittenburger Kita

Von thme | 13.02.2014, 14:45 Uhr

Unbekannte brechen in IB-Einrichtung „Plapperschnut“ in Schlüterstraße ein

Wittenburg Es war wohl eher geistige Armut, gepaart mit bösartigem Drang, sinnlos zu zerstören, die Unbekannten in der Nacht zu Donnerstag Hirn und Hand regiert haben. Anders ist das Ausmaß der unfassbaren Verwüstung in der IB-Kita „Plapperschnut“ in der Schlüterstraße  nicht zu erklären, auf das gestern um 5.50 Uhr die Frühschicht stieß.

Silke Wolf ringt immer noch fassungslos nach Worten: „Die drei Gruppenräume, Schlafraum, WC, Bad, Turnraum, alles verwüstet und mit dem Pulver aus den zwei Feuerlöschern besprüht. Wer macht  bloß sowas?“, fragt sie in die Runde und erntet Schulterzucken. Die 50-Jährige ist eigentlich Kita-Leiterin am Friedensring und macht die Urlaubsvertretung für Ilona Kämpgen-Mahnke. Zusammen mit neun anderen Kolleginnen und einer Mutti vom Elternrat treffen wir sie beim Ausräumen und Reinigen an. Denn das feine Löschpulver hat sich als weißer Staub bis in die hinterlegen-ste Ecke verteilt. Spielzeug, Betten und Mobiliar sind völlig verdreckt. Wahrlich eine undankbare Mammutaufgabe. „Zehn der insgesamt 45 Mädchen und Jungen im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren konnten wir am Friedensring in einer Notgruppe unterbringen. Wo es ging, sind die anderen Kinder zu Hause geblieben. Die Eltern haben großes Verständnis für unsere Situation, keiner hat rumgemosert, sondern alle haben sich solidarisch mit uns gezeigt. Unser Ziel ist es, am Montag wieder zu eröffnen“, berichtet die Pädagogin weiter. Dass die Stadt Wittenburg  ihr Reinigungskräfte zur Verfügung stellen will, hat sie dankbar angenommen.

„Es ist eine Riesensauerei. Hier wurde  Kindern aus blanker Zerstörungswut Schaden zugefügt“, schimpft voller Empörung Wittenburgs Bürgermeisterin Dr. Margret Seemann. Sie hoffe, dass die Täter schnell gefasst und zur Verantwortung für ihr schändliches Tun gezogen werden. „Ich bitte alle Bürger, die möglicherweise etwas Ungewöhnliches gesehen, bemerkt oder gehört haben, sich bei der Kripo in Hagenow zu melden.“

Auf eine schnelle Aufklärung hofft auch Michael Hallmann, der Geschäftsführer des Internationalen Bundes Südwestmecklenburg, der bei Dienstantritt von dem Einbruch unterrichtet worden war. „Ich bin empört und traurig zugleich“, gesteht Hallmann und spricht seinen Mitarbeiterinnen höchstes Lob aus. „Hut ab vor den Frauen, die sofort alles unternommen haben, um die Einrichtung wieder zu reinigen. Wir haben jede Menge  investiert in unsere zweite Kindertagesstätte vor Ort. Nicht nur  beträchtliche Eigenmittel sondern auch viel Fleiß und Zeit“, betont er. 2008 sei nach Umbau und Sanierung die Einrichtung in Betrieb genommen worden, als mittlerweile sehr beliebte und anerkannte Betreuungsstelle. „Und nun dieses Chaos!“

Rein zufällig war gestern auch Helmut Rohde, Chef der Hansetour „Sonnenschein“, zu ersten Absprachen bei der Stadtoberen Seemann. Am 8. August haben 230 Radfahrer auf Spendentour  zugunsten krebs- und chronisch kranker Kinder auch die Motelstadt in ihrem Programm. „Vom sogenannten Sattelgeld, dass alle Teilnehmer zahlen, spenden  wir spontan 500 Euro. Damit kann die Kita für die Kinder neues Spielzeug kaufen“, verspricht Rohde gegenüber  der SVZ.