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Neuhaus „Tiere nachts Einstallen“

Von ROLE | 15.12.2017, 12:00 Uhr

Nach Angriffen auf Ziegen und Heidschnucken rät Wolfsberater Hauke Hanstedt zu gezielten Maßnahmen.

Nun müsse er handeln, meint Hauke Hanstedt, Wolfsberater im Amt Neuhaus. Nachdem in den vergangenen Tagen insgesamt 7 Ziegen und Heidschnucken in Stixe sowie Privelack gerissen wurden, möchte er eine Warnung an die Tierhalter in der Region herausgeben, diese wird auch in den kommenden Tagen in den Schaukästen der Gemeinde ausgehängt. „Um die Tiere vor Gefahren zu schützen, haben die Halter mehrere Möglichkeiten. Eine einfache ist das nächtliche Einstallen.“

Hauke Hanstedt ist sicher, dass Wölfe für die Risse in Stixe und Privelack verantwortlich sind. „Durch die vorgefundenen Spuren können wir Wolfsübergriffe bestätigen, aber das Ergebnis der genetischen Untersuchung liegt noch nicht vor.“ Zumindest in diesen Fällen. Eine amtliche Bestätigung gibt es dagegen bereits für einen Schafsriss Mitte Oktober in Groß Banratz. Ein weiterer Fall in Neuhaus stehe noch aus. „Durch die genetische Überprüfung, trotz offensichtlicher Wolfsübergriffe, möchte man zum einen ausschließen, dass es sich nicht doch um wildernde Hunde handelt. Und zum anderen versucht man Individuen festzustellen.“ So könne aufgezeigt werden, dass bei den Übergriffen immer der bzw. die gleichen Wölfe beteiligt waren. „Im Moment hat das Amt Neuhaus den Status, dass Wolfsnachweise vorhanden sind, aber noch keine Standorttreue bekannt ist. Dafür müssten mehrmals die gleichen Individuen festgestellt werden.“

In den Fällen von Stixe und Privelack, haben die Halter die Nachricht bekommen, dass es sich zu 99 Prozent um Wolfsrisse handelt. Überrascht ist Johann Mayer aus Stixe darüber nicht. Er hat vergangenen Freitag drei Ziegen und einen Heidschnuckenbock verloren. „Eine Woche davor, war der Wolf schon einmal bei mir, da hatte ich Schutzhunde bei der Herde. Sie haben ihn vertrieben.“ Zuletzt habe er aber elf Ziegen und Heidschnucken von den anderen Tieren trennen und ohne Schutzhund halten müssen. „Sie waren auf einem umzäunten Gelände untergebracht. Vier Tiere wurden trotzdem gerissen. Eine Entschädigung bekomme ich nicht.“

Grund dafür: Der 1,5 Meter hohe Zaun ist nicht wolfssicher. Es fehlt u.a. ein Untergrabungsschutz. „Ich habe meine Flächen gepachtet, ein Zaunumbau ist da schwierig.“ Johann Mayer möchte seine Tiere deshalb künftig, soweit es möglich ist, nachts einstallen. Halter , die diese Möglichkeit nicht haben, können sich von Hauke Hanstedt über andere Maßnahmen informieren lassen. Erreichbar ist der Wolfsberater unter der Telefonnummer: 0171/3041833.