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Raum Hagenow So reagieren Gemeinden auf steigende Kinderzahlen

Von ROLE | 15.01.2019, 20:00 Uhr

Gemeinden der Region investieren in Neubau und Erweiterung von Kita- und Hortplätzen

Sie haben sich anders entwickelt als gedacht. Entgegen aller Vorhersagen sind die Kinderzahlen wieder gestiegen, und dieser Trend wird noch weiter anhalten. „Zusätzlich gehen heute meist beide Elternteile arbeiten und sind auf einen Betreuungsplatz angewiesen“, meint Janine Schaldach vom Amt Hagenow-Land. Für viele Gemeinden heißt es deshalb nun: Sie müssen auf die höhere Zahl der zu betreuenden Kinder reagieren, mehr Plätze in den Kindergärten und Horten schaffen.

Hagenow: Die Vorbereitungen für den Neubau des Hortgebäudes auf dem Kietz sind so gut vorangekommen, dass in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Wie Kämmerer Roland Hochgesandt sagte, sind in diesem Jahr im Haushalt der Kommune zwei Millionen Euro dafür vorgesehen. Wenn alles gut läuft, so ist jedenfalls vorgesehen, sollen die Arbeiten 2020 abgeschlossen sein. Wie Birgit Heimke, Teamleiterin Schulen und Kindertagesstätten der Stadt Hagenow, sagte, ist der Neubau für 190 Kinder geplant.

Damit wird nach ihren Worten die Kita „Regenbogenland“ auf dem Kietz von allen Hortkindern entlastet. Außerdem soll ein Teil der Hortkinder von der Hagenower Europaschule ebenfalls in den Neubau einziehen. Damit wird die Situation im Hortbereich entzerrt.

Redefin: Das „Haus der kleinen Füße“ kann mit der Entwicklung der Kinderzahlen nicht mehr mithalten. „Die Kita ist schon lange ausgelastet und eine Gruppe wurde bereits ausgelagert“, erzählt Dieter Quast, Vorsteher des Amtes Hagenow-Land. Die Gemeinde plant daher eine Erweiterung, bevorzugt offenbar einen Neubau, in dem künftig 57 Kinder betreut werden könnten. Im nicht öffentlichen Teil der Gemeindevertretersitzung Dienstag Abend soll der Auftrag für die Planungen der Einrichtung vergeben werden.

Picher: Fast 70 000 Euro hat die Gemeinde dieses Jahr für die Erweiterung der Kita „Fuchsberg“ eingeplant. Allerdings sollen damit nicht mehr Räume für die Kita-, sondern für die Hortkinder geschaffen werden. Die Kapazität wird zum neuen Schuljahr von 25 auf 47 Plätze erhöht. Damit will Picher auch seine Schule stärken. Einige Eltern hatten sich in der Vergangenheit dazu entschieden, ihre Kinder auf eine Grundschule in Hagenow zu schicken. Da die Gemeinde nicht genügend Hortplätze anbieten konnte, wurde diesem Wunsch auch vielfach von der zuständige Schulbehörde entsprochen und eine Ausnahmegenehmigung bewilligt. Toddin: Bevor die Planungen für eine Erweiterung der Kita „Wichtelhaus“ richtig starten, liegt noch die Gemeindefusion mit Setzin an. Beide Partner haben sich aber schon jetzt darauf geeinigt, dass der Kita-Standort in Setzin aufgegeben und der in Toddin vergrößert wird. Um keine weitere Zeit zu verlieren, wollen sie deshalb jeweils 8000 Euro für Planungen in den Haushalt 2019 einstellen. Ob es zu einem Neu- oder Ausbau kommt, wird dann die neue Gemeindevertretung entscheiden müssen.

Kirch Jesar: Auch bei den „Waldmäusen“ ist der Platz ausgereizt. Die Gemeinde und der Träger, der DRK-Kreisverband Ludwigslust, arbeiten gemeinsam daran, die Kapazitäten zu erweitern. Vor allem die Betreuung der Hortkinder bereitet zunehmend Probleme. Die Gemeinde will dieses Jahr die ersten Gelder für das Projekt: „Ausbau Kita“ in den Haushalt einstellen.

Hoort: Die Anzahl der Kita-Plätze soll sich nicht wesentlich erhöhen, das Gebäude der „Kleinen Strolche“ ausbauen, möchte die Gemeinde dennoch. „In erster Linie geht es in Hoort darum, bessere Betreuungs- und Arbeitsbedingungen zu schaffen“, sagt Janine Schaldach. Momentan werde durch ein Planungsbüro geprüft, ob ein Ausbau der Kita möglich ist.

Andere Kommunen, wie Bandenitz und Pritzier, haben dagegen schon für ein erweitertes Angebot gesorgt. In Radelübbe wurde gerade der Neubau der Kita „Zwergenland“ eröffnet. In Pritzier waren im vergangenen Jahr mit Hilfe von Eltern neue Horträume hergerichtet worden.