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Gammelin Schulleiterin nimmt Abschied: Die ganze Schule ist traurig

Von MAYK | 27.12.2019, 12:00 Uhr

Nadine Lembke als Schulleiterin in Gammelin verabschiedet. Gemeinde lobt gemeinsamen Kampf zum Erhalt der kleinen Schule

Eigentlich ist es völlig übertrieben, 12 Jahre als eine Ära zu bezeichnen. Doch im Fall der 47-jährigen Nadine Lembke ist eine Ausnahme erlaubt. Die junge Schulleiterin hat die kleine Einrichtung in ihrer Zeit deutlich geprägt und vor allem ihren Beruf als Grundschullehrerin mit jeder Faser ihres Körpers gelebt. Entsprechend schwierig und sehr tränenreich war der Abschied von der Hagenowerin, die es privat nach Niedersachsen verschlagen hat.

So viele Tränen, wie an diesem Tag gab es selten. Selbst gestandenen Männern kamen die Tränen, als die 47-Jährige von den weinenden Mädchen und Jungen mit Blumen und Glückwünschen förmlich überschüttet wurde. Auch Bürgermeister Manfred Kebschull, der nicht gerade für überschwängliche Lobesreden bekannt ist, war extrem gerührt und lobte die jahrelange Zusammenarbeit mit der Schulleiterin. „Wir haben zusammen wohl vieles richtig gemacht“, freute er sich.

Nadine Lembke war 2005 als 35-Jährige an die Schule gekommen, auf eigenen Wunsch. Zu der Zeit, so erzählte sie, sei es noch schwierig gewesen, eine Stelle an einer Grundschule zu bekommen.

Die junge Lehrerin traf auf die damalige Schulleiterin Gundula Späthe, die sie freundlich und resolut zugleich aufnahm und sie nur zwei Jahre später in die Schulleiter-Position bugsierte. Sie habe diese Aufgabe damals einfach gemacht, mit den Kolleginnen zusammen.

Es war eine schwere Zeit, denn die kleine Grundschule mit ihrem überschaubaren Einzugsgebiet war über die Jahre immer wieder von Schließung bedroht.

Dass die abgewendet werden konnte, lag an der engen Verwurzelung im Umfeld und nicht zuletzt an der erfolgreichen Arbeit des Schulfördervereins, der 2008 aus der Taufe gehoben wurde. Torsten Meincke hat als Vorsitzender dessen Arbeit geprägt, zusammen mit Nadine Lembke, die im Vorstand mitwirkte. Zusammen stellten alle zusammen viele Feste, aber auch Aktionen auf die Beine, die allesamt bewiesen, wie wichtig und bewahrenswert so eine kleine Schule auf dem Land nach wie vor ist.

Nadine Lembke ist ungeachtet ihrer Funktion immer Teamspielerin geblieben, konnte aber ihre Schule nach außen hin mit klarer Stimme sehr energisch verteidigen. Und sie hatte immer wieder Gelegenheit, sich als Lehrerin zu beweisen und Kinder auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten. Sie war und ist beliebt, bei den Kindern sowieso aber auch bei den Eltern, den Nachbarn und auch den Kolleginnen.

Und so hatte sie auch ein wenig Bammel vor dem Abschied von ihrer Schule, der genauso tränenreich und emotional verlief, wie sich das die 47-Jährige vorgestellt hatte. Sie wird in wenigen Wochen in Niedersachsen als Lehrerin weitermachen, an einer kleinen Grundschule, die auch gegenüber einer Kirche liegt. Es sind ausschließlich private Gründe, die sie dazu bewegt haben.

Und wie sich das für Gammelin gehört, ist die Nachfolge an der Schule schon gesichert. Die erfahrene Silke Beutler, die schon eine Weile an der Schule arbeitet, wird die Schulleitung übernehmen. Um die Zukunft der Schule muss sie sich keine Sorgen machen, dafür spricht schon die hohe Zahl der Anmeldungen für die nächste erste Klasse.