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Hagenower Kreisblatt Schüler setzten Zeichen

Von KFRI | 19.12.2016, 21:00 Uhr

Der 13. Projekttag „Schule gegen Rassismus“ am Elbe-Gymnasium stand diesmal unter dem Motto: „Setzt ein Zeichen!“

Bereits zum 13. Mal fand in diesem Jahr der Projekttag „Schule gegen Rassismus“ am Elbe-Gymnasium statt. In diesem Jahr stand er unter dem Motto „Setzt ein Zeichen!“. Wie immer hatten die Schüler der zwölften Klassen diesen anspruchsvollen Tag für Toleranz und gegen Rassismus für ihre jüngeren Mitschüler organisiert und vorbereitet. 17 Projekte fanden in den Klassen statt, jedes mit eigenen Referenten, die zum großen Teil auch von außerhalb der Schule kamen.

„Leider sind uns heute und gestern durch Terminschwierigkeiten und Krankheit noch vier Projektleiter abgesprungen“, erzählte Nina Bein vom Vorbereitungsteam der SVZ. „Die Vorbereitung war also nicht reibungslos, aber heute läuft alles gut.“ Bereits vor den Sommerferien begannen die Planungen für den diesjährigen Projekttag. Am Ende traf sich das V-Team einmal pro Woche.

Die Schüler der siebten bis elften Klassen hatten vorher jeweils eine Auswahl von vier Projekten bekommen, unter denen sie sich für eine Teilnahme entscheiden konnten.

„Wir haben beim Projekt ‘Die Bücherdiebin’ mitgemacht, da waren wir im Kino. Das war interessant“, verrieten Marie und Emma aus der 7a. Der Film zeigt die Zeit des Nationalsozialismus und die Judenverfolgung aus der Sicht der neunjährigen Liesel. „Durch den Film haben wir viel, viel mehr über diese Zeit verstanden“, sagten Paul (7b) und Klaas (8c) bei der Abschlussveranstaltung im Atrium der Schule, bei dem noch einmal kurz alle Projekte von den Teilnehmern selbst vorgestellt wurden.

Für Neuntklässler gab es u. a. das Projekt ’Utopien’, das von den Lehrern Carsten Schuldt und Nico Leschinski geleitet wurde. Die Zwölftklässler Maik und Stefan hatten dieses Projekt mit vorbereitet und waren Ansprechpartner bei der Durchführung.

Am Anfang wurde der für das Genre namengebende Roman „Utopia“ von Thomas Morus aus dem Jahr 1516 vorgestellt. Der Roman beschreibt eine auf Gleichheitsgrundsätzen, Arbeitsamkeit und Bildung basierende Gesellschaft mit demokratischen Grundzügen. In dieser Republik gibt es nur gemeinschaftlichen Besitz, es gibt keine Anwälte und unabwendbare Kriege werden vor allem mit ausländischen Söldnern geführt. Demgegenüber stand der Roman „Das Jahr 3000“ des Italieners Paolo Manzetto aus dem Jahr 1897. In seiner Zukunftsgesellschaft sind die Kriege abgeschafft und das Verbrechen weitestgehend reduziert. Schwächliche Kinder sowie Kinder mit einer angeblichen angeborenen Neigung zum Verbrechen werden sofort nach der Geburt getötet.

Die Aufgabe der teilnehmenden Schüler war es, in drei Arbeitsgruppen eigene Utopien zu entwerfen. Offensichtlich keine einfache Angelegenheit. Allen drei dabei entstandenen Schüler-Utopien gemeinsam war, dass es keine Arbeitslosigkeit in diesen zukünftigen Gesellschaften gibt, weil in allen die Pflicht zur Arbeit besteht - das war den Jugendlichen sehr wichtig. In Bazinga, dem Utopia von Melanie, Konstantin, Christian und Felix, gab es soziale Unterstützung vom Staat nur für behinderte Menschen. Außerdem dauert interessanterweise in Bazinga die Abiturzeit drei Jahre, die Jugendlichen sind ab 16 volljährig und als Staatspräsident darf sich jeder zur Wahl stellen, der das möchte.

Ein Gänsehaut-Moment entstand bei der Abschlussveranstaltung im Atrium, als der Film „Krieg ist nicht nur ein Wort“ von Mohamad, Diaa, Ismael, Majed und Saaed gezeigt wurde. Die jetzt neunzehnjährigen syrischen Flüchtlinge leben seit letztem Jahr in Ludwigslust, Hagenow und Dersenow. Sie hatten ebenfalls bei einem der Projekte mitgemacht. Ihr Film, den sie mit Hilfe der Fotografen und Filmemacher Cenci Göpel plus Jens Warnecke aus Groß Bengerstorf produziert haben, gibt in nur drei Minuten schlaglichtartig einen Einblick in das Leben und die jetzige Situation dieser jungen Leute. Jede Sequenz beginnt mit einer direkten Frage an das Publikum: „Wisst ihr, was mich bedrückt?“, dem entsprechende Erzählungen von einem der Jugendlichen mit Filmausschnitten folgen.

Geplant ist, den Film auf YouTube zu stellen. Für den Streifen gab es großen Beifall von den Schülern, genauso wie für das V-Team.