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Feuerwehr Wittenburg Rauswürfe im Minutentakt

Von ROLE | 21.12.2017, 20:55 Uhr

Beschluss der Stadtvertreter: Vier Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr müssen wegen Beleidigungen von Vorgesetzten gehen.

So eilig wie sie einberufen wurde, war sie auch schon wieder vorbei. Die Dringlichkeitssitzung der Stadtvertreter in Wittenburg am Mittwochabend dauerte gerade einmal 15 Minuten. Ergebnis: Die Ortsfeuerwehr hat vier Mitglieder weniger. Ihnen wurde mangelnde charakterliche Eignung u.a. hinsichtlich Loyalität, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit vorgeworfen, außerdem ungebührliches Verhalten gegenüber der Dienstvorgesetzten (Bürgermeisterin) sowie der obersten Dienstbehörde (Stadtvertretung). Oder kurz, wie es Volker Siering (CDU) zusammenfasste: „Im Prinzip haben sie ihre Vorgesetzten beleidigt.“

Hintergrund waren Beiträge der vier nun ehemaligen Feuerwehrmitglieder in einem sozialen Netzwerk. Dort forderten sie unter anderem die Abwahl der Bürgermeisterin und warfen ihr unmenschliches Verhalten im Fall des geschassten Ortswehrführers Stefan Schwarz vor.

Dieser hatte am Mittwochabend noch versucht, den Rauswurf der Kameraden zu verhindern. Als Stadtvertreter beantragte er, die Abstimmungen darüber von der Tagesordnung zu nehmen. „Es ist ihre private Meinung und hat nichts mit der Feuerwehr zu tun“, so Schwarz. Außerdem schlug er vor, einen Mediator einzusetzen, der zwischen der Stadt und der Feuerwehr vermittelt. Beide Anträge wurden abgelehnt – es kam zur kurzen Aussprache.

„Das wir die Feuerwehr schätzen, kann uns niemand absprechen“, erklärte Monika Möller (SPD). „Aber es waren Beleidigungen und daraus folgen Konsequenzen.“ Ähnlich auch die Aussagen der  Bürgervorsteherin Sybill Moß: „Es hat kein Ende genommen mit den Beschimpfungen. Wir sollen das alle ertragen, und es wird ins Internet gestellt und von der ganzen Welt gelesen. Na fantastisch!“

Unter Berufung auf das Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz MV sowie die Kommunalverfassung wurden die vier Kameraden  schließlich mit deutlicher Mehrheit aus der Feuerwehr geworfen. Ob damit wieder Ruhe in die Stadt einkehrt, wird sich zeigen – spätestens bei der Vollversammlung der Feuerwehr am 5. Januar.