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Keine Vermietung des Gemeinschaftshauses für unter 21-Jährige Party zum 18. Geburtstag verwehrt

Von Franca Niendorf | 06.10.2011, 09:27 Uhr

Sie wollte eigentlich nur ihren 18. Geburtstag feiern, und das am liebsten im Dorfgemeinschaftshaus ihres Heimatortes Schwartow. Doch der Tochter von Andreas Knauer wurde die Party versagt.

Sie wollte eigentlich nur ihren 18. Geburtstag feiern, und das am liebsten im Dorfgemeinschaftshaus ihres Heimatortes Schwartow. Doch der Tochter von Andreas Knauer wurde die Party versagt. "Keine Vermietung für unter 21-Jährige", hieß es aus dem Boizenburger Rathaus, so Andreas Knauer. Dabei stünden die Räume den Bürgern für Familienfeiern zur Verfügung, ergänzt sein Schwager Matthias Gehrke, der die SVZ über die Situation informierte. "Wie kann man nur solche Unterschiede machen", sagt er empört. Schließlich könne immer etwas passieren - ob nun auf einem 18. oder 40. Geburtstag.

"Wir stellen ja auch nicht in Zweifel, dass die Eltern aufpassen", so der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Jörn Pamperin, auf Nachfrage. Aber das Risiko, dass gerade bei Feiern mit Jugendlichen etwas beschädigt wird, sei erfahrungsgemäß groß. Deshalb sei auch in Abstimmung mit Bürgermeister Harald Jäschke die interne Anweisung gegeben worden, nicht an diese Altersgruppe zu vermieten.

"Es ist nur schade, dass die Jugend unter Generalverdacht gestellt wird", sagt Vater Andreas Knauer. Und das ist offenbar nicht nur in Schwartow so, wie sein Schwager Matthias Gehrke schon von vielen Seiten gehört hat. Auch in Gothmann oder Kuhlenfeld etwa kämen die jungen Leute nirgends unter. "Die frühere Bürgermeisterin hat den Jugendclub damals zu gemacht, weil dort zu viel passiert ist", begründet Gunnar Drews vom Amt Boizenburger-Land. Beschädigte Möbel, Rauchen, Alkohol - sie habe es nicht mehr verantworten können, befürchtete, deshalb vor Gericht zu landen. Und dass das passieren kann, zeige ein Beispiel aus Nostorf, wo es vor einigen Jahren in einem Jugendclub gebrannt habe und der Bürgermeister vor Gericht in die Verantwortung gezogen worden sei. "Man kann die Jugend nicht sich alleine überlassen", so Gunnar Drews, sondern müsse ihre Aufsicht gewährleisten. Denn wenn etwas passiere, bleibe die Gemeinde am Ende auch noch auf den Kosten sitzen und müsse diese in den Haushalt stellen.

Andreas Knauer wünscht sich trotzdem eine einheitliche Regelung für Gemeinschaftsräume wie in Schwartow, denn "entweder ich vermiete an alle, oder eben gar nicht", sagt der Familienvater. Im Sommer sei das ja kein Problem. Da könne man auch draußen feiern. "Aber im Herbst oder Winter?" Oder man mache es, wie erst kürzlich in Schwartow passiert: "Ich melde einen 40. Geburtstag an, um dann doch den 18. zu feiern." Mit Mühe hat er nun doch noch einen Raum für die Tochter gefunden, nachdem diese auch von der Schwartower Feuerwehr eine Absage hinnehmen musste. Die unterliege nämlich der Vorgabe der Stadt, dass die Vermietung des Gemeinschaftshauses Vorrang habe - im Sinne der Stadtkasse. So musste die Suche weitergehen, bis die Familie schließlich über Bekannte das Häuschen eines Kleingartenvereins für den großen Geburtstag mieten konnte.