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Darchau Ohne Aufsicht über die Elbe

Von Maria Nielsen | 24.09.2009, 08:16 Uhr

lm Schülerverkehr nach Bleckede hat sich für die 55 Jungen und Mädchen nach den Sommerferien eine Verschlechterung ergeben. Sie werden nicht mehr in den Kleinbussen übergesetzt.

Es ist 6.39 Uhr gestern morgen in Darchau, noch dämmrig. Die ersten Schüler trudeln mit einem Kleinbus der Firma Go Trans am Fähranleger in Darchau ein. Bald folgen die nächsten, bis fünf Kleinbusse und ein Pkw dort stehen. Das Wetter ist einigermaßen, die Kinder steigen zum Teil aus, einige bleiben sitzen. "Sie dürfen im Bus bleiben, bis die Fähre kommt", so eine Fahrerin. Dann kommt die "Tanja" und alle verlassen die Busse, warten, bis die Autos auf die Fähre gefahren sind und gehen dann selber rauf. Dicht gedrängt stehen gestern 30 Schüler auf dem schmalen Streifen, der neben der Autospur für Fahrräder und Fußgänger vorgesehen ist. Auf der anderen Seite dann Aussteigen, nachdem die Autos runter sind und zur Bushaltestelle. Hier nochmal warten, bis der Linienbus nach Bleckede kommt. Um 7.30 Uhr sind die Kinder in Bleckede am Schulzentrum, um 8 Uhr beginnt die Schule.

Noch bis zu den Sommerferien wurden die Mädchen und Jungen in den Kleinbussen über die Fähre auf die andere Elbseite gefahren, danach nun nicht mehr. Der Kreis möchte die Mehrkosten, die sich zwischen 12 000 und 15 000 Euro jährlich bewegen, einsparen.

Die Aufregung bei den Eltern war groß. Der Kreis hatte im Vorfeld nicht über die Änderung informiert. Auch die Gemeinde wurde nicht informiert und wusste zunächst keine Antwort, als empörte Eltern anriefen. Andreas Wölfle-Mertz hat zwei Kinder, die in Bleckede zur Schule gehen und kann es nicht nachvollziehen, dass der Kreis an dieser Stelle spart. "Wir erwarten ja nicht, dass unsere Kinder mit dem Taxi von Tür zu Tür gefahren werden, aber auf der Fähre scheint mir die Sicherheit nicht gegeben. Das Fährpersonal ist nicht in der Lage, auf die Kinder zu achten, die müssen die Autos einweisen und kassieren. Wenn ich an die Situation an der Bleckeder Fähre denke, dann ist das noch prekärer. Bei Hochwasser ist die Fähre mindestens 20 Minuten unterwegs und es gibt keinerlei Möglichkeiten, sich unterzustellen. "

Heike Stoll aus Neuhaus sitzt für DieLinke im Kreistag und hatte sich dafür stark gemacht, dass die Kinder wieder in den Kleinbusse übergesetzt werden, war aber mit ihrem Antrag gescheitert. "Der Tenor war, dass andere Kinder im Landkreis es auch nicht besser haben und auch ungeschützt an der Bushaltestelle stehen müssen. Man kann nur hoffen, dass nichts passiert", so Stoll.

Michael Wieske vom Landkreis unterstreicht, dass die Entscheidung so steht. Vom Fährbetrieb habe man die Aussage, dass auf die Kinder aufgepasst werde. "Nach den Herbstferien werden wir zumindest für die jüngeren Kinder zusammen mit der Polizei eine Schulung durchführen", so Wieske. Ein erboster Vater hat den Mitarbeitern aus der Kreisverwaltung unterbreitet, doch im Winter bei Hochwasser mal eine Tour auf der Fähre "Amt Neuhaus" mitzufahren. Sie haben zugesagt.