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Gallin Megapark: Autobahn weiter nur per Umweg erreichbar

Von Mayk Pohle | 08.02.2010, 06:35 Uhr

Der Megapark, das größte Gewerbegebiet Westmecklenburgs, wird wohl noch weitere Jahre mit seiner provisorischen Verkehrsanbindung an die Autobahn A 24 leben müssen.

Die Hoffnungen auf eine Einigung mit einer Erbengemeinschaft über ein dringend benötigtes Grundstück haben sich nicht erfüllt. Der Grund und Boden wird aber benötigt, um darauf die seit langem geplante Brücke über die Autobahn zu setzen. Bisher verfügt der Megapark mit der Abfahrt Gallin nur über eine direkte Ausfahrt aus Richtung Hamburg. Die Brücke sollte die längst überfällige Ausfahrt in Richtung Hamburg ermöglichen. Das könnte nach Lage der Dinge bis Ende 2012 dauern. Bis dahin müssen Hunderte Lkw, die in dem Gebiet stationiert sind, den Umweg über die Abfahrt Boizenburg/Zarrentin nehmen.

Immerhin läuft seit Anfang Dezember nun das Planfeststellungsverfahren für das Millionenprojekt. Sollte alles glatt laufen, so wäre vielleicht 2011 ein Baubeginn möglich. Im Kern geht es um die relativ kleine Fläche von nicht einmal drei Hektar, die für die Brücke und die dazugehörige Auffahrt benötigt werden. Doch die Erben wollten über das Stück Land erst gar nicht verhandeln, später schraubten sie ihre Forderungen für das Ackerland so in die Höhe, das Verhandlungen sinnlos wurden.

Landrat Rolf Christiansen bestätige indirekt im Pressegespräch, dass die Verhandlungen auch an zu hohen Forderungen gescheitert sind. Nun wird der offizielle Weg beschritten, der zur Enteignung führen soll, doch das dauert. Die Firmen im Megapark sind jetzt schon ungeduldig, denn jeder Umweg kostet. "Je eher die Brücke kommt, desto besser", hatte Karsten Koch als Geschäftsführer der Edeka-Nord erst vor wenigen Tagen im SVZ-Gespräch betont. Edeka beschäftigt im Fleischwerk sowie im Logistikteil fast 1000 Mitarbeiter im Megapark und beliefert von dort aus Hunderte Läden in ganz Norddeutschland. Auch für andere Logistiker, z. B. Tchibo oder die österreichische Firma MFF, ist ein direkter Anschluss an die A 24 mehr als nur ein kleiner Vorteil.

Ursprünglich sollte die Brücke seit Ende vergangenen Jahres stehen. Doch der Streit um die Anbindung dauert schon viele Jahre. Der Grund liegt in der Geschichte des Gewerbegebietes, das eigentlich auf dem Gelände der früheren Grenzübergangsstelle entstand. Kurz nach der Wende wurden die alten Brücken, die schon einmal über die Autobahn führten, wieder abgerissen. Sie hätten heutigen Belastungen aber auch nicht mehr stand gehalten. Es gab sogar einen Versuch, eine Brücke im benachbarten Gudow (Schleswig-Holstein) zu nutzen. Im kleinen Grenzverkehr zwischen den Betreibern war man sich schon fast einig, nur die Ministerien kamen nicht zueinander. Denn im Nachbarland wird der Erfolg der Gewerbeansiedlungen in Mecklenburg mit einigem Argwohn gesehen.

Doch auch der Megapark hat in jüngster Zeit kaum noch Erfolge bei der Neuansiedlung zu vermelden. Auch hier würde eine komplette Autobahnanbindung sicher für neuen Schwung sorgen können.