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Bürgermeisterwahl in Wittenburg Margret Seemann ist die neue Bürgermeisterin

Von Mayk Pohle | 22.09.2013, 11:17 Uhr

Margret Seemann wird die erste Wittenburger Bürgermeisterin in der Stadtgeschichte. Die SPD-Kandidatin gewann gestern die Abstimmung in allen Wahllokalen klar und bekam am Ende 1589 Stimmen (56,52 %).

Margret Seemann wird die erste Wittenburger Bürgermeisterin in der Stadtgeschichte. Die SPD-Kandidatin gewann gestern die Abstimmung in allen Wahllokalen klar und bekam am Ende 1589 Stimmen (56,52 %). Abgeschlagener Zweiter wurde der freie Kandidat Volker Siering, der es auf 641 Stimmen (22,80 %) brachte. CDU-Kandidat Michael Luchs konnte lediglich 581 Stimmen (20,66 %) auf sich vereinen. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,05 Prozent, von 4259 Wahlberechtigten gaben 2856 ihre Stimmen ab.

Schon früh hatte sich Seemanns Sieg am Wahlabend angedeutet. Zunächst mussten jedoch die Ergebnisse der Bundestagswahl ausgezählt werden, bevor die Bürgermeisterwahl an der Reihe war. Und dann ging es sehr schnell. Von Spannung keine Spur. Mit der Meldung der Ergebnisse vom Wahllokal im Altenpflegeheim stand der Sieg der Mutter zweier Söhne um 21.35 Uhr fest.

Wenig später gab es im Landgasthof zur Wittenburger Mühle den ersten Sekt auf den Sieg. Gefasst und gerührt zugleich wandte sich die künftige Bürgermeisterin an ihre Familie, ihre Mitstreiter, Helfer und Sympathisanten. Vor allem ihrer Familie dankte sie immer wieder, insbesondere den Eltern. Für sie sei der Wahlkampf jedoch auch eine Schlammschlacht gewesen, der oft unfair geführt worden sei. Es habe sich bewährt, auf die Anwürfe mit Ruhe und Gelassenheit zu reagieren. Sie wolle sich aber zusammen mit der Stadtvertretung für die Entwicklung Wittenburgs einsetzen. Sie werde mit Sicherheit nicht alle Wünsche und Vorstellungen erfüllen können aber sie werde sich bemühen, die Stadt in allen Belangen voranzubringen. Die Wahlsiegerin verwies auf die nun schwierigeren Bedingungen, weil ja nun Hans-Joachim Hacker von der SPD nicht mehr im Bundestag sei. Hacker habe sehr viel für Wittenburg getan, z. B. noch im letzten Jahr zusätzlich eine halbe Million Euro an Städtebaufördermitteln möglich gemacht. Das falle nun weg.

Norbert Hebinck, parteilos und noch amtierender Bürgermeister, gehörte zu den ersten Gratulanten. Er wünschte seiner Nachfolgering viel Glück bei ihren Entscheidungen zum Wohle der Stadt. Mit von der Partie waren auch Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau und der Bürgervorsteher Thomas Pietz, beide machten aus ihrer Freude über den Wahlausgang keinen Hehl. Margret Seemann kündigte dann auch gleich eine verbesserte Zusammenarbeit über die Stadtgrenzen hinaus an. Allein werde man künftig nicht mehr klarkommen.

Der Wahlkampf in Wittenburg war bis zur letzten Minute erbittert geführt wurden. Sowohl Michael Luchs als auch Margret Seemann hatten noch einmal mit letzten Flugblättern angegriffen. Entsprechend sauer war die Stimmung bei den Verlierern. Michael Luchs: „Man kann ihr nur gratulieren, als Demokraten müssen wir das ja. Der Wahlkampf war furchtbar und er hat mich an die Zeiten vor 1945 erinnert. Die Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin hängt von verschiedenen Faktoren ab. Man darf sehr gespannt sein, wie sie die Entwicklung Wittenburgs voranbringt.“

Volker Siering, der überraschend Zweiter wurde: „Dass man mit Geld und Einfluss so viel erreichen kann in unserer Republik, das hätte ich nicht gedacht. Es hat ja einige Pamphlete zum Schluss gegeben, darüber bin ich wirklich böse. Ich bin für meine Zurückhaltung bestraft worden. Ich habe an einen ehrlichen Wahlkampf geglaubt, den gibt es aber nicht.“