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Jasnitz Köder-Pflug gegen Wühlmausfraß

Von Dieter Hirschmann | 15.03.2018, 05:00 Uhr

Waldschutz-Experten aus Bund und Land zur Exkursion im Forstamt Jasnitz / Schwerpunktthema ist die Bekämpfung der Schermaus

Man sollte es nicht annehmen. So eine kleine Maus, wie die Wühlmaus oder Schermaus, kann in Kulturen in der Forst oder auch in Obstplantagen einen großen Schaden anrichten. Waldschutz-Experten von Bund und Land trafen sich gestern im Forstamt Jasnitz, um anhand des praktischen Einsatzes eines sogenannten Schermaus-Köder-Pfluges die Wirksamkeit des Gerätes beim Ausbringen von Ködern zum Bekämpfen der Schermaus zu erleben. Mit dem Verfahren ist eine großflächige Bekämpfung der Schermaus unter Einsatz von speziellen Köder-Sticks bei der unterirdischen Ausbringung möglich.

Vertreter der Forstverwaltungen, unter anderem aus Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen und auch Hessen befassen sich an zwei Tagen mit den theoretischen und praktischen Aspekten der Bekämpfung von Waldschädlingen. Gestern nun ging es im Forstamt bei den Praktikern aus Jasnitz um einen speziellen Pflug, mit dem Köder für die Wühlmäuse großflächig und wirkungsvoll ausgebracht werden können. Nach den Worten von Mathis Jansen, dem Leiter der Waldschutzmeldestelle bei der Landesforst in Schwerin, kommt diese Bund-Länder-Arbeitsgruppe alle zwei Jahre zusammen. „Wir beobachten unter Umständen ein massenhaftes Auftreten der Wühlmäuse über die Grenzen von Bundesländern hinweg. In so einem Fall überlegen wir gemeinsam Strategien, wie wir dagegen vorgehen können“, erläutert der Schweriner Waldschutzexperte die Herangehensweise. Nach seinen Worten ist in diesem Zusammenhang vor allem die Forschung mit neuen Verfahren gefordert. Was die Mäuse-Situation in der Forst betrifft, so ist sie nach den Worten von Jansen im Moment entspannt. Dennoch müssen die Waidmänner vorbereitet sein.

Der Jasnitzer Forstamtsleiter, Dietmar Schoop, kann auf gute Erfahrungen beim Einsatz des Schermaus-Köderpfluges verweisen.

„Im Moment spielt die Mäusepopulation nicht mehr die dominierende Rolle bei der Bekämpfung der Waldschädlinge“, so Schoop. Das sah vor fünf bis zehn Jahren bei privaten Neuaufforstungen noch ganz anders aus. Es gab Schäden an den jungen Eichenbäumen durch den Fraß der Mäuse. „Wir haben die Situation, dass wir unseren Köderpflug an andere Betrieb ausleihen können. Im vorigen Jahr war er auf Usedom im Einsatz und davor hatten wir Obstbauern den Köderpflug zur Verfügung gestellt“, so Schoop im SVZ-Gespräch.

Und wie funktioniert das Gerät? Eine Tellerscheibe zieht eine Furche in den lockeren Waldboden. Über eine spezielle Öffnung wird der Köder eingebracht, und eine Walze verschließt schließlich die Furche. Das Verfahren erfordert eine schlepperbefahrbare Kultur mit einem Reihenabstand von mindestens zwei Metern. Durch den speziellen Flug wird in zehn bis zwanzig Zentimetern Tiefe ein künstlicher Gang angelegt. In jeder zweiten Reihe wird alle drei Meter ein Köder ausgebracht. Je nach Reihenabstand ergibt es eine Menge von 700 bis 1200 Köder je Hektar. Der Befall soll innerhalb der ersten zehn Tage am stärksten reduziert werden.