Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Neuhaus „Erfrischend unkommerziell“

Von Redaktion svz.de | 23.12.2019, 05:00 Uhr

Neuhauser Weihnachtsmarkt feiert einen neuen Besucherrekord

Zu Weihnachten gehört die Erinnerung, wie es früher einmal gewesen ist, und genau diese Nostalgie fördert Beate Wisniewski vom Vorbereitungsteam des Neuhauser Weihnachtsmarktes aus einer Kiste mit bunten Dekoartikeln zutage: Einen dicken Strang originales DDR-Bleilametta, sorgfältig in Zeitungspapier eingeschlagen. „Das ist noch das gute Lametta, was so schwer zu bekommen war. Was haben wir das früher gepflegt und heute will es niemand mehr haben“, sagt Wiltrud Tewes und begutachtet den zerknitterten Fund, der mit etwas Geschick wieder glatt gezogen werden kann. Die vergilbte Zeitung gibt Auskunft darüber, wann der Baumschmuck in Vergessenheit geraten ist, es ist die Weihnachtsausgabe der „Schweriner Volkszeitung“ von 1989. „Da gab es noch keinen Weihnachtsmarkt in Neuhaus, aber es dürfte 1991 gewesen sein, da haben wir Gewerbetreibenden den ersten Markt an der Kirche organisiert“, rechnet Ulf Göldner nach.

Zwar noch kein Jubiläum in diesem Jahr, doch wird von diesem Weihnachtsmarkt eine andere Zahl im Gedächtnis bleiben, auch wenn die niemand so genau beziffern kann. „Es ist unglaublich, wie viele Besucher heute hier sind“, so Ulf Göldner. „Das Wetter ist perfekt. Der Marktplatz ist voll mit Menschen und vor dem Haus des Gastes, was bisher immer so ein bisschen im Schatten des Marktes lag, ist genauso viel los. Dass wir bei den Besuchern im Vergleich zu den letzten Jahren noch eine Schippe drauflegen können, hätte ich nicht gedacht.“

Mächtig ins Schwitzen gekommen ist unter Mantel, Mütze und Bart auch der Weihnachtsmann, der gute drei Stunden lang eine nicht enden wollende Schlange von kleinen und großen Kindern empfangen und Gesang sowie Gedichte mit Süßigkeiten belohnt hat: „Das hat Spaß gemacht, aber ich habe mich schon gefragt, wo all diese Kinder herkommen.“

Komplimente für die Organisatoren kommen auch von Catrin und Thomas König, die gut zwei Stunden aus Bröckel in der Nähe von Celle angereist sind: „Wir kommen auf vielen Märkten rum, aber hier in Neuhaus ist alles so entspannt und erfrischend unkommerziell. Wir haben das Gefühl, dass wir ein Teil einer großen Vorweihnachtsparty sind.“

Zum abendlichen Finale bringen die beiden „Feuersöldner“ aus Bröckel mit einer überwältigenden Choreographie aus Feuer, Musik und Akrobatik ihre Zuschauer zum Staunen. Auch Magie gehört zu Weihnachten dazu.