Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

SprayCom Werk in Wittenburg Ein Zusatzstoff made in Wittenburg

Von Franca Niendorf | 02.11.2012, 10:00 Uhr

Wittenburg hat das 11. große Unternehmen in die Stadt gelockt. SprayCom produziert dort Gummi Arabicum für Limonaden. Das neue Werk präsentierte sich gestern erstmals der Öffentlichkeit.

Der Wirtschaftsstandort Wittenburg wächst weiter. Mit SprayCom konnte die Stadt nun ihr 11. großes Unternehmen für eine Ansiedlung gewinnen. Auf zwei Hektar am Südring produziert das sieben Millionen Euro teure Werk seit Juli sprühgetrocknetes Gummi Arabicum aus natürlichem Granulat, das aus Akazienbäumen in Afrika gewonnen wird.

Den weißen pulvrigen Rohstoff verkauft das Unternehmen dann an die Nahrungsmittel- und Pharma-Industrie, die ihn als Stabilisator, Trägerstoff oder Geliermittel einsetzen. Gestern ist das Werk erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Ein Anlass, der auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) nach Wittenburg lockte.

"Schön, dass Sie sich für diesen Ort entschieden haben", sagte der Politiker zu den Hamburger Unternehmern Hauser. "Das zeigt, dass die Wirtschaft hier gut aufgestellt ist und die Rahmenbedingungen stimmen." Er glaube, dass sie damit den richtigen Schritt gegangen sind.

Nach elf Monaten Bauzeit am Produktionsstandort konnten die Hamburger loslegen. 15 Mitarbeiter beschäftigen sie bislang - Lebensmittelfachkräfte, Warenkontrolleure und kaufmännische Angestellte. Zwei Lehrlinge sollen dazu kommen. Und: "Wenn es gut läuft, wollen wir noch weiter investieren", sagte Soeren Hauser von der Unternehmensgruppe Willy Benecke, zu der SprayCom gehört. Die Fläche sei schon reserviert.

Die Brüder sehen eine Zukunft für diesen natürlichen Rohstoff. Wittenburg sei dafür der perfekte Standort. Dicht an der Autobahn nach Hamburg. In ganz Deutschland und Europa haben sie gesucht. Doch die Produktion sei anspruchsvoll. "Da ist es besser, in der Nähe zu sein", so Soeren Hauser. Dass auch die zwei Millionen Euro Fördermittel vom Wirtschaftsministerium ein Anreiz gewesen seien, gibt er gerne zu. Damit gingen die Familienunternehmer Hauser den Schritt vom Groß- und Außenhändler zum Produzenten. Seit mehr als 50 Jahren sind natürliche Gummis und Harze das Steckenpferd der Firma. Direkt vom Hamburger Hafen kommt die Rohware nun per Laster nach Wittenburg, wird aufgelöst, gefiltert und in der 27 Meter hohen Sprüh trocknungsanlage zu Gummi Arabicum verarbeitet - auf 1000 Quadratmetern Werk und Lager. In Limonaden oder Süßwaren gelangt es schließlich über die Lebensmittelindustrie zum Verbraucher.

Mit dieser Investition reiht sich SprayCom ein in die Nachbarschaft - zwischen Oetker, Fine Food, SternMaid und Co. Für Wittenburgs Bürgermeister ist diese Ansiedlung deshalb noch lange keine Routine. "Es ist immer noch etwas Besonderes", sagte er. Immerhin sei dies nach etlichen Erweiterungen die erste Neuansiedlung seit Jahren.