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Klein Bengerstorfer: Vermieter reagiert nicht Dreckbrühe bringt Rentnerin zur Verzweiflung

Von Thorsten Meier | 28.11.2012, 07:22 Uhr

Seit Jahren schon sucht sich bei Sigrid Buchheim aus Klein Bengerstorf das Wasser vom Dach seinen Weg in ihre Zweieinhalb-Raumwohnung im Alten Postweg. Seit Juli ist es besonders schlimm. Die Rentnerin ist verzweifelt.

Sigrid Buchheim ist verzweifelt und mit den Nerven völlig fertig. Die 63-Jährige kann ihre Tränen kaum zurückhalten, so haben sie die letzten Jahre, Wochen, Monate und Tage körperlich und seelisch mitgenommen. "Was ich hier schon alles mitgemacht habe, das geht an jede Grenze", sagt die Rentnerin, die seit 1991 ihre kleine Zweieinhalbraum-Wohnung im Alten Postweg im zweiten Obergeschoss, gleich unterm Dach, bewohnt. Das ist ein klassischer DDR-Plattenbau mitten im Dorf, der sicher schon bessere Tage gesehen hat. Nichtsdestotrotz hatte sich die Seniorin auf ihren 56 Quadratmetern immer wohl gefühlt. Bis das Wasser vom Dach anfing, ihre Geduld stetig auf die Probe zu stellen. Tropfen für Tropfen.

"Ich kann nicht einmal mehr genau sagen, wann es anfing. Doch es ist schon etliche Jahre her, dass Regen und Schmelzwasser durch die Decke drückten", erinnert sich Sigrid Buchheim. Besonders schlimm sei es jedoch seit Juli dieses Jahres, erzählt die alte Dame weiter. "Da schlug erstmals ein Gemisch aus Teer sowie Wasser durch die Tapete und lief an Decke und Wand entlang. Manchmal muss ich sogar nachts aufstehen, um diese schwarze Brühe wegzuwischen, weil sie sich sonst im ganzen Flur verteilen würde. Oder sogar noch eine Etage tiefer läuft. Es schimmelt an den Stellen und alles ist noch Tage später feucht", beklagt die Seniorin, die unter starkem Asthma leidet. "Für meine Gesundheit ist das das reinste Gift."

Doch alle ihre Anrufe beim zuständigen Hausmeister, der die Beschwerden weitergegeben habe, hätten ihr, Sigrid Buchheim, bisher nichts genützt. Die Verwaltungsfirma Treureal in Munster zeige sich stur. "Ich musste mir sogar einen Anwalt nehmen, weil ich alleine bin und nicht mehr weiter weiß. Doch es wurde nichts gemacht", betont die gebürtige Bengerstorferin resigniert. Sie könne nur noch schlecht schlafen, habe häufig Magenschmerzen und müsse sich ständig übergeben, weil sie diese eingeschränkte Wohnqualität und die aufreibenden Auseinandersetzungen mit dem Vermieter schlicht und ergreifend "nur noch fertig" mache.

Nachfragen darüber, wann der Mangel beseitigt sein würde, blieben bei der Treureal in Munster bisher unbeantwortet. Am Telefon selbst wolle man keine Auskunft geben, hatte es diese Woche gegenüber unserer Lokalredaktion geheißen. Und schließlich auf eine Mail-Anfrage über das Internet bestanden. Die zuständige Mitarbeiterin war gestern telefonisch nicht erreichbar. Der Ausgang dieser traurigen Geschichte ist also ungewiss.