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Blücher Das Dach wird dicht

Von SVZ | 21.04.2020, 05:00 Uhr

Die Sanierungsarbeiten an der Kirche in Blücher sind angelaufen

Im kleinen Ort Blücher – idyllisch an der Schaale gelegen – ist kurz nach Ostern noch ein Weihnachtsgeschenk erst so richtig zum Tragen gekommen.

So brachte die Justizministerin Mecklenburg-Vorpommerns, Katy Hoffmeister, nur wenige Tage vor dem winterlichen Fest der Geburt Christi einen Fördermittelbescheid in Höhe von 120 000 Euro in das Dorf. Empfänger des Geldsegens waren damals unter anderem Ulrich Dreßler vom Förderverein zum Erhalt der Kirche in Blücher sowie die Pastorin der Kirchgemeinden Zahrensdorf und Blücher, Katrin Jell.

Schließlich war der große Betrag, der aus dem Strategiefonds der Landesregierung stammt, auch für das Dach des schon weithin sichtbaren Gotteshauses des Örtchens vorgesehen. „Die Kirche kommt so langsam in die Bahnen“, sagte Ulrich Dreßler damals und freute sich ob des Faktes, dass das marode Gebälk nun grundsaniert werden konnte. Und auch sein gefasster Zeitplan war optimistisch gesteckt. Wünschte sich Dressler doch, dass das Dach Ende dieses Jahres wieder hergestellt sei.

Vor diesem Hintergrund freute sich der Mann aus Blücher nun noch mehr über ein kleines Schild. „Es ist das Bauschild, dass seit ein paar Tagen hinter der Hecke im Pfarrgarten steht. Darauf haben wir lange warten müssen. Nach Ostern werden die Arbeiten an und in unserer Kirche beginnen“, erklärt Ulrich Dressler.

Insgesamt fast 400 000 Euro sind für die Sanierung des Daches veranschlagt. Das Geld stammt dabei neben dem Strategiefonds auch aus Leader-Mitteln und Eigenkapital.

Und Ulrich Dressler geht in der Darstellung der Mittel noch weiter hinaus: „Dass mit der Renovierung unserer Kirche jetzt begonnen werden kann, ist auch ein Verdienst der vielen Gruppen, Künstlerinnen und Künstler, die bei uns aufgetreten sind und dabei meist auf ihre Gage und Erstattung ihrer Kosten verzichtet haben.“

Dreßlers Stichwort ist hierbei das Kirchencafé, das mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen im Frühjahr bis in den späten Sommer immer wieder viele Gäste in den kleinen Ort an der Schaale lockte.

Bei dem Gedanken wird der Mann aus Blücher allerdings auch gleich wieder etwas wehmütig. Denn gerade dieses Kirchencafé kann nun wegen des Coronavirus nicht stattfinden. „Deshalb wird der Betrieb des Kirchencafés nicht wie üblich mit dem ersten Maisonntag starten“, lautet Dreßlers kurzer und bedauernder Kommentar zu dieser Misere.

Und Ulrich Dreßler, so wie alle Freunde der Kirche, muss noch auf einen weiteren Höhepunkt des Gotteshauses aktuell verzichten. „Auch die Besuche der Aussichtsebene im Turm können bis auf Weiteres nicht stattfinden“, erzählt der Mann. Diese Möglichkeit, die Region einmal aus der Vogelperspektive zu betrachten, haben Besucher des Gotteshauses schon seit ein paar Jahren und sie wurde seither gut angenommen, wie von Seiten der Freunde der Kirche in Blücher immer wieder betont wird.

Bei all diesen Beschränkungen möchte sich Ulrich Dreßler nun allerdings auch auf das Positive besinnen. Denn – wie das kleine Schild hinter der Hecke im Pfarrgarten belegt – die Renovierungsarbeiten sind dem Virus noch nicht zum Opfer gefallen. Und auch wenn Ulrich Dreßler weiß, dass sie auch ohne Corona begonnen hätten, nimmt er sie doch zum Anlass, allen Anhängern des Gotteshauses Mut zu machen. „Wir melden uns wieder“, ist sich Dreßler sicher. Auch wenn es womöglich erst im September ist.

Aber mit der Vorfreude und dem verspäteten Auspacken von Präsenten kennt man sich in Blücher ja nun aus.