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Lokales

20. August 2017 | 00:14 Uhr

Hagenow: Lage spitzt sich zu

vom

Hagenow | Das Ergebnis der jüngsten Stadtvertretersitzung nimmt sich, von außen betrachtet, zunächst gut aus. Der erste Nachtragshaushalt ist beschlossen, die Finanzlage hat sich durch günstige Umstände leicht verbessert, Hagenow ist auf einen Sparkurs eingeschwenkt. Gästen der jüngsten Sitzung ist jedoch schnell klar geworden, dass zwischen Verwaltung und Vertretung inzwischen ein harter Kampf im Gange ist - ums Personal. Über das Thema will die Verwaltung am liebsten gar nicht reden, Bürgermeisterin Gisela Schwarz war sogar der Meinung, dass ein Stellenabbau so schnell gar nicht möglich sei.

Die Stadtvertreter artikulierten geschlossen über alle Fraktionen eine ganz andere Meinung. Vor allem, das bemängelten die Linken, die CDU und in abgeschwächter Form auch die SPD wollen sie nun endlich ein verbindliches Personalkonzept mit Namen und Anschrift auf den Tisch haben. Formal haben sie das Papier schon, es nennt sich auch Personalentwicklungskonzept. Nur ist es eben keines, weil es nur ein allgemein gehaltendes Pamphlet ist. Gabi Mestan gab zu, "ziemlich platt" über das zu sein, was das von der Verwaltung angeboten wurde. Auch andere Fraktionen fühlten sich schlicht verschaukelt. Klare Forderung nahezu aller Stadtvertreter: Schnellstmöglich müsse ein Plan her mit allen Angaben zu den bei der Stadt Beschäftigten. Der Streit um einen Termin für die Vorlage geriet dann ins Groteske, weil man sich immer wieder gegenseitig die Schuld zuschob. Ergebnis: offen.

Doch die offenkundige Hinhaltetaktik der Verwaltung wird nichts bringen, weil die Zahlen im Haushalt es auf den Punkt bringen. Hagenow lebt gerade beim Personal über seine Verhältnisse und das gilt nicht nur für die nachgeordneten Einrichtungen. Andere Städte der Region scheinen da schon weiter zu sein, wie die jüngste Sitzung in Boizenburg bewies. Dort war am Donnerstag von einem Abbau von 14 Stellen in den kommenden Jahren die Rede.

Viele Papiere, jedoch wenig Konkretes

Soweit ist man in Hagenow nicht, noch nicht. Doch bei Personalkosten, die 46 Prozent der Ausgaben im Vermögenshaushalt ausmachen und der großen Löcher in den Haushalten der kommenden Jahre ist das Thema nicht vom Tisch zu wischen. Dabei geht es den Stadtvertretern vordergründig gar nicht um Streichungen, sondern um Klarheit in dieser enorm wichtigen Haushaltsfrage. Das betrifft auch das Zusammengehen mit Hagenow-Land. Auch da gibt es inzwischen ein Papier, doch wenig Konkretes. Inzwischen schauen alle mit Sorge in die Zukunft, Hilfe vom Land ist trotz aller Bitten nicht zu erwarten. Das Haushaltsproblem muss allein gelöst werden.

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erstellt am 17.Sep.2010 | 07:37 Uhr

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