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Täter von Redefin sollen für 27, 31 sowie 34 Monate hinter Gitter : Haftstrafen für Brandstifter

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Sie legten das Feuer im Landgestüt Redefin aus einer Laune heraus. "Noch ein Ding reißen", wollten die Fünf in der Nacht zum 17. Februar. Ein Einbruch schien ihnen zu riskant. Eine Brandstiftung dagegen durchaus passend.

Schwerin/Hagenow | Sie legten das Feuer im Landgestüt Redefin aus einer Laune heraus. "Noch ein Ding reißen", wollten die Fünf in der Nacht zum 17. Februar. Ein Einbruch schien ihnen zu riskant. Eine klammheimliche Brandstiftung dagegen durchaus passend. Die jungen Männer zwischen 17 und 24 Jahren stammen aus Redefin oder benachbarten Orten. Irgendeiner kam auf die Idee mit der Heu- und Strohmiete, die ein bisschen abseits der denkmalgeschützten Anlage steht. Sie waren sich schnell einig. Einer fuhr das Auto und sicherte die Umgebung ab, vier marschierten in das Lager und zündeten einen Strohballen an, dann machten sie sich im Auto davon. Das gestanden sie gestern vor Gericht. Der Vorsitzende Richter Thomas Rehbein fragte nach dem Motiv. "Aus Langeweile?", gab er eine Möglichkeit vor. Und erntete Kopfnicken. Ob die Fünf von einer Brandserie "inspiriert" wurden, die insbesondere Strohlager des Pferdezüchters und einstigen Weltklasse-Springreiters Paul Schockemöhle betrafen, blieb offen.

Vom Sofa aus eigene Tatfolgen beobachtet

Im Fall Redefin sagten die Angeklagten, sie hätten in der Wohnung eines Mittäters das Sofa vors Fenster geschoben und sich das Großfeuer angesehen, bei dem der Jahresvorrat an Stroh und Heu in Flammen aufging. Vier fuhren dann direkt zum Tatort und beobachteten die Löscharbeiten. Auf die Schliche kamen ihnen die Ermittler wenige Tage später aus anderem Grund. Der 24-Jährige hatte einem Kumpel von der Brandstiftung erzählt - die Tat allerdings zwei beteiligten Brüdern allein in die Schuhe geschoben. Sich, seinen eigenen Bruder und seinen Freund ließ er außen vor. Der Kumpel ging zur Polizei. Und die nahm alsbald alle fünf fest. Drei wurden inzwischen von der Haft verschont. Zwei, darunter auch der 24-Jährige, sitzen noch. Gestern vor Gericht zeigten sie Reue und beteuerten, den Schaden wieder gut machen zu wollen.

Die Angaben zum Schaden des Landgestüts unterschieden sich enorm. Der Staatsanwalt ging am Ende des Prozesses von rund 200 000 Euro aus, die Verteidigung von zirka 33 000 Euro und das Gericht schließlich von etwa 100 000 Euro. Die Chefin des Landgestüts gab als Zeugin wiederum einen Gesamtschaden von 330 000 Euro an, rechnete dabei auch den Neubau des Lagers und den Wachdienst ein, der seit dem Brand engagiert wurde. Das neue Lager soll weiter entfernt stehen von der Biogasanlage als das niedergebrannte. Glück mit dem Wind in jener Nacht, sagte ein Zeuge, dass die Biogasanlage nicht zerstört wurde. Das alles bezog das Gericht gestern mit ein, genau wie die Vorstrafen von vier Angeklagten. Drei müssen nun wegen Brandstiftung Haftstrafen antreten: von zwei Jahren und drei Monaten bis zu zwei Jahren und zehn Monaten. Zwei kamen mit Bewährung davon. Darunter auch der 17-Jährige, der 50 Arbeitsstunden ableisten soll.

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erstellt am 15.Jun.2011 | 07:18 Uhr

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