Händler locken mit Rabattaktionen

1 von 2

svz.de von
30. Juli 2010, 07:16 Uhr

Rostock | Seit vergangenem Montag befinden sich Rostocker und Touristen in der Stadt auf Schnäppchenjagd im Sommerschlussverkauf. Bis zu 70 Prozent Preisnachlass und mehr locken die Kunden in die Geschäfte für Textilien, Sportartikel, Gartenzubehör, Schuhe oder Modeschmuck. "Für die angebotenen Waren gibt es nach dem Wegfall der gesetzlichen Regelung im Jahr 2004 keine amtliche Definition mehr", sagt Heinz Kopp vom Einzelhandelsverband Nord. Es stehe nun jedem Unternehmer frei, seine Artikel als "Sommerware" anzubieten. Das habe in den ersten Jahren ohne gesetzliche Beschränkung zum Teil abenteuerliche Blüten getrieben, so Kopp: "Es wurden Sonnenuhren, Sonnenradios in quitschbunten Farben oder auch Sommerpapier mit Blütenmotiven angeboten." Die Kunden hätten dies durch ihr Desinteresse aber schnell beendet.

In Rostock nehmen etwa 70 Prozent der Händler am inoffiziellen Sommerschlussverkauf teil, um ihre Lager zu leeren. "Zum Teil sind die Herbst- und Winterkollektionen schon eingetroffen", sagt Erwin Ruzek, Geschäftsführer der örtlichen Galeria Kaufhof-Filiale. Weitere Schiffe mit neuer Ware seien schon auf hoher See unterwegs, die Zeit für die Abnehmer drängt. "Jeder Tag Verzögerung kostet Geld", sagt Kopp. Das Einlagern der Ware sei zu teuer und risikoreich: "Wer weiß schon, ob die Kleidung im nächsten Sommer modisch noch aktuell ist?" Daher verzichten die Händler zum Teil sogar komplett auf Gewinne, nur um ihre Altware loszuschlagen. "Die Preise sind schon tüchtig im Keller - billiger wird es nicht mehr", sagt Kopp. Ruzek bietet zum Teil mehr als 70 Prozent Abschläge. Jetzt sei die Stunde derjenigen gekommen, die im nächsten Jahr nicht unbedingt die aktuellste Mode tragen müssen.

Für die Einzelhändler bietet der Sommerschlussverkauf zudem die Möglichkeit, das urlaubsbedingte Absatz-Tief aufzufangen. "Die Monate Juli und August wären sonst ziemliche Durchhänger", sagt Kopp. Allerdings werde die Abwesenheit der Einheimischen in Rostock durch die Touristen kompensiert. "Es kommt aber bei weitem nicht ans Weihnachtsgeschäft ran", sagt Kopp. Zudem sei die Verbraucherstimmung eher verhalten, der wirtschaftliche Aufschwung noch nicht bis zum Handel durchgedrungen. "Erst müssen die Bürger das in ihren Portmonnees spüren", sagt der Fachmann.

Optimal sind hingegen die Temperaturen. "Nach dem Ende der Hitze ist die Konsumlage schlagartig besser geworden", sagt Ruzek. Während der heißen Temperaturen zuvor konnte er dafür leichte Sommerbekleidung losschlagen. "30 Grad sind trotzdem nicht gerade förderlich", sagt Ruzek. Generell sei er ganz zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.

Wie lange der Sommerschlussverkauf noch andauert, hängt nun vor allem vom restlichen Warenbestand ab. "Ich erwarte keine großartige Steigerung mehr", sagt Kopp. Nach der kommenden Woche würden die Angebote bis Ende August langsam auslaufen. Nach dem Wegfall der gesetzlichen Regelung habe sich der Sommerschlussverkauf auf etwa vier Wochen statt wie früher zwei ausgedehnt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen