Händler-Frust im Lichterglanz

Mit festlicher Beleuchtung und Weihnachtsschmuck wollen die Händler in der Domstraße den Umsatzeinbußen trotzen. Der Frust sitzt tief. Seit April ist die "Touristenmeile" gesperrt, die Bauarbeiten dauern an. Schon mehrmals wurde die Eröffnung verschoben. Ein Karussell, Glühwein und Bratwurst sollen heute und morgen endlich wieder Kunden in die Straße locken.

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05. Dezember 2008, 08:25 Uhr

Güstrow | "Durch die Straßensanierung sind wir total abgeschnitten", beklagt Annegret Dräger vom gleichnamigen Sportgeschäft. Wie viele andere Einzelhändler in der Domstraße beziffert sie die Umsatzeinbußen auf bis zu 30 Prozent. "Das müssen wir unbedingt im Weihnachtsgeschäft wieder reinholen. Aber dafür muss die Straße endlich wieder geöffnet werden", sagt sie.

Informationen von der Stadt, wann die Straße wieder für den Verkehr freigegeben wird, bekommen die Händler nicht. "Ich weiß von nichts", sagt Blumenhändlerin Renate Seemann. Schon im Oktober sollte die Domstraße fertig sein, dann wurden die Händler auf Ende November vertröstet. Doch auch daraus wurde nichts. "Die Kunden bleiben weg, auch weil sie nicht mehr mit dem Auto vorfahren können", so Renate Seemann. "Die Umsatzeinbußen sind tödlich." Und jetzt drohe auch noch das Weihnachtsgeschäft ins Wasser zu fallen.

Die mangelnde Information durch die Stadt beklagt auch Conny Wilken von der Buchhandlung Opitz. "Ich habe bei den Bauarbeitern nachgefragt, aber die wussten auch keinen genauen Termin für die Straßenöffnung", sagt sie. Je länger die Sperrung dauere, um so größer seien die Umsatzeinbußen. "Wir haben deutlich weniger Kunden im Geschäft." Natürlich sei es gut, dass die Straße gemacht werde, "aber für unsere Verluste bekommen wir keinen Ausgleich", so Conny Wilken.

SVZ hakte gestern bei der Stadt nach. Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes: "Kommende Woche will die Baufirma die Straße noch einmal verdichten. Die Abnahme der Bauleistung ist dann für den 9. Dezember vorgesehen." Dann seien nur noch Kleinigkeiten zu erledigen. Die erlösende Nachricht für die Einzelhändler: "Am 12. Dezember erfolgt die Freigabe", so Jane Weber. Bisher konnte die Straße nicht fertiggestellt werden, da es zu nass gewesen sei.

Um das Geschäft schon vorher wieder anzukurbeln, stellen die Einzelhändler heute und morgen ein Karussell, Glühwein- und Bratwurststände in der Domstraße auf. "Das weihnachtliche Straßenfest finanzieren wir komplett selbst", sagt Annegret Dräger. Schon vergangene Woche hatten die Händler eingeladen. Die Aktion sei allerdings zum Flopp geworden, da die Straße nicht wie geplant wieder geöffnet worden sei, so die Einzelhändlerin. "Wir müssen uns bei den Kunden wieder ins Gedächtnis rufen", ist Annegret Dräger überzeugt. Deshalb haben die Händler die Straße auch auf eigene Kosten weihnachtliche beleuchtet und geschmückt - trotz der Baustelle.

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