Gedenktafel erinnert an Flugzeugabsturz : "Haben Opfer nie vergessen"

Stein und Gedenktafel wurden auf Beschluss der Bezirksverordneten aufgestellt.
Stein und Gedenktafel wurden auf Beschluss der Bezirksverordneten aufgestellt.

Am 12.12.1986 - Nach einem missglückten Landeanflug stürzt eine Tupolew bei Berlin-Bohnsdorf ab. Nun erinnert eine Gedenktafel an der Absturzstelle an die 72 Todesopfer, darunter Kinder aus Schwerin.

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12. Dezember 2010, 10:59 Uhr

Schwerin / Berlin | Am 12. Dezember 1986 - gegen 17 Uhr. Nach einem missglückten Landeanflug stürzt eine Tupolew der russischer Aeroflot in den Wald bei Berlin-Bohnsdorf. Seit gestern erinnert eine Gedenktafel in der Nähe der Absturzstelle an die 72 Todesopfer, da runter 20 Schüler der damaligen Ernst-Schneller-Oberschule in Schwerin.

"Wir hatten in der ,Schweriner Volkszeitung von der geplanten Einweihung der Gedenktafel erfahren und uns zur Fahrt nach Berlin entschlossen. Das sind wir unserem Sohn Torsten schuldig, der damals zu den getöteten Schülern gehörte", berichteten die Rentner Traude und Bernhard Kadzioch, die für die Einweihung eine 2,5-Stunden-Autotour nach Berlin auf sich nahmen.

Sie sind nicht die Einzigen gewesen, die sich auf den Weg in die deutsche Hauptstadt gemacht hatten. Als Vertreter der Landeshauptstadt war Dezernent Dieter Niesen (SPD) nach Berlin gekommen. "Wir haben die Opfer nie vergessen. Und bei den Bezirksverordneten des Berliner Bezirks Treptow-Köpenick bedanken wir uns, dass sie diese Erinnerungsstätte für alle Betroffenen möglich gemacht haben", so Niesen. "24 Jahre nach dem Unglück erinnert die Gedenktafel endlich an die Opfer. Die Erinnerung kommt spät, aber nicht zu spät", erklärte Stadtrat Svend Simdorn (CDU), zuständig für Bürgerdienste in Treptow-Köpenick. Seine Verwaltung hatte den Beschluss der Bezirksverordneten umgesetzt.

Neben dem Schweriner Dezernenten und dem Stadtrat sprach auch Johannes Schurack, einer von zehn Passagieren, die den Absturz vor 24 Jahren überlebten. "Ich erinnere mich noch immer an die Schweriner Schüler, weil sie im gleichen Hotel in Minsk untergebracht waren. Das waren so fröhliche junge Leute, deren Leben ein paar Tage später ausgelöscht wurde", berichtete Schurack.

Die Aeroflot-Maschine war aus Minsk gekommen. Vermutlich weil es Ver ständigungsprobleme mit dem Tower in Schönefeld durch die nur schlecht Englisch sprechende Crew gab, flog die Besatzung eine falsche Landebahn an. Als die Besatzung den Fehler korrigieren wollte, verlor die Tupolew schnell an Höhe und stürzte nur 200 Metern von Wohnhäusern entfernt in den Wald.

Das Ehepaar Kadzioch war zum ersten Mal in der Nähe der Stelle, an der vor 24 Jahren Sohn Torsten starb. "Wir werden gemeinsam mit unseren beiden Söhnen wiederkommen, damit auch sie hier um ihren Bruder trauern können", so die Schweriner Rentner. Dazu ist vermutlich bereits im kommenden Jahr Gelegenheit. Nach kurzer Verständigung mit Vertretern von Opfern soll es zum 25. Jahrestags des Absturzes am 12. Dezember 2011 in Berlin eine Gedenkfeier geben.

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