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Lokales

21. November 2017 | 22:23 Uhr

Gymnasiasten als Friedens-Botschafter

vom

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2010 | 10:00 Uhr

Parchim | Wer nicht mit nach Lommel gefahren ist, hat etwas Großes verpasst", lautet das Fazit der 35 Zehntklässler des Parchimer Friedrich-Franz-Gymnasiums, nachdem sie aus Belgien zurückgekehrt sind. Begleitet wurden sie in diesem Jahr von den drei Geschichtslehrern Marion Schwichtenberg sowie Dirk und Cornelia Flörke.

Zum inzwischen 17. Mal fand diese besondere Projektfahrt unter dem Motto: Arbeit für den Frieden - Versöhnung über den Gräbern statt. Nach einer entspannten Busfahrt wurden die Parchimer herzlich von Lucia Christiaen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Lommel willkommen geheißen. Noch am ersten Tag wurde den Jugendlichen eines der Anliegen ihrer Fahrt bewusst, indem sie das beklemmend endlose Gräberfeld des Soldatenfriedhofs in Augenschein nahmen.

Der nächste Tag war als Tag der Städte- und Schulpartnerschaft organisiert worden. In Peer trafen sich die Parchimer mit den Jugendlichen des dort ansässigen Instituts Agnetendal sowie der Partnerschule aus dem französischsprachigen La Roche. Sprachliche Barrieren wurden rasch durch einen bunten Gruppenmix, Kennenlernspiele und ein Stadtpuzzle beseitigt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Schule konnten die Gymnasiasten mit ihren neuen Freunden Schlittschuhe laufen.

Die Begegnung der jungen Menschen mit den unzähligen Gräbern des Soldatenfriedhofs in Lommel wurde von vielen über die Jahre im Nachhinein als eines der beeindruckendsten Erlebnisse der Reise geschildert. Nachdem Lucia Christiaen und Mitarbeiterin Katinka Schmidt die Gymnasiasten mit dem gesamten Komplex vertraut gemacht hatten, fanden Pflegearbeiten auf dem Friedhof statt. Darüber hinaus gedachten die Jugendlichen sehr feierlich und würdevoll der drei Soldaten, für die sie Gestecke aus dem fernen Parchim mitgebracht hatten. An den Gräbern von Hans-Heinrich Cummerow, Werner Heinemann und Emil Rudat lasen u. a. Jonathan Hussels und Liesa Schubert Gedichte vor, bevor die Gestecke niedergelegt wurden. Unwahrscheinlich bewegend und tiefgründig reflektierten die 15- und 16-Jährigen in einem anschließenden Workshop, was Krieg und Gewaltherrschaft für die Familien bedeutet. Eine Visite Antwerpens beendete diesen sehr emotionalen Tag, der mit dem Besuch des Konzentrationslagers Breendonk seine Fortsetzung fand. Die sehr intensiven und ergreifenden Führungen machten jedem der Anwesenden das Anliegen der Fahrt nochmals transparent.

Als völligen Gegensatz dazu bekamen die Parchimer am Nachmittag mit dem Besuch des Technopolis in Mechelen eine andere interessante Seite ihres Gastgeberlandes zu sehen. Zahlreiche naturwissenschaftliche Experimente konnten hier durchgeführt werden.

Ein weiterer Besuchstag stand dann ganz im Zeichen Europas. Nach einer entspannten Busfahrt ins Zentrum Brüssels mit Abstechern zum Atomium, dem Königspalst und dem Jubelpark besuchten die Gymnasiasten das Europäische Parlament. Nach vielfältigen Ausführungen zur Arbeitsweise und den Aufgaben der Institution wurden den Jugendlichen zahlreiche Fragen von Hauke Hoffmann beantwortet, der als Referent von Werner Kuhn, dem einzigen Europa-Abgeordneten Mecklenburg-Vorpommerns, arbeitet. Ein kleiner Stadtbummel, der vor allem den berühmten Sehenswürdigkeiten Grand Place und Manneken Pis galt, rundete diesen Tag ab.

Mit vielen Eindrücken, Erfahrungen und Anregungen kehrte die Gruppe des Friedrich-Franz-Gymnasiums wohlbehalten nach Hause zurück. Dieses verdankt sie nicht zuletzt erneut dem souveränen und ruhigen Busfahrer Norbert Pingel vom Reisedienst Parchim. Gefördert und unterstützt wurde diese Fahrt mit Mitteln der Staatskanzlei, des Landkreises, der Stadt und dem Förderverein des FFG. Die Gymnasiasten werden im November den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. bei der diesjährigen Straßensammlung erneut unterstützen.

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