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Lokales

25. November 2017 | 08:58 Uhr

Gute Schulbildung hat ihren Preis

vom

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erstellt am 03.Mär.2011 | 07:12 Uhr

Rostock | 50 Euro mehr Lohn und eine dreiprozentige Anhebung der Gehälter: Das fordern Lehrer und Erzieher aus Rostock, Wismar, Schwerin und Greifswald. Gestern versammelten sich mehr als 2000 Pädagogen aus öffentlichen Einrichtungen am Universitätsplatz in Rostock zu einem Küstenstreik, um ihrem Unmut Luft zu machen. "Ich denke, dass die Forderungen nicht überzogen sind", meint Kerstin Morawetz, Kreisvorsitzende für Rostock und Bad Doberan der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Neben einer Lohnerhöhung ist es ein weiteres Anliegen der Lehrer und Erzieher, eine allgemeine Regelung für die Altersteilzeit zu erringen. "Im Dezember 2009 war die alte Regelung abgelaufen, seitdem gibt es keine neue", so Morawetz.

Zudem fordert die Gewerkschaft eine Eingruppierung der Pädagogen. "Es soll festgelegt werden, welche Bezahlung eine Lehrkraft entsprechend ihrer Ausbildung bekommt", sagt Annett Lindner, GEW-Vorsitzende. Passiert sei bisher allerdings nichts. "Die Tarifverhandlungen am 4. Februar sowie am 24. und 25. Februar haben die Arbeitgeber mit einer Blockade verlassen", so Lindner. Verstehen kann die Gewerkschafterin die versperrte Haltung der Arbeitgeber nicht: "Gute Bildung ist nun einmal nicht umsonst."

Von Kindertagesstätten bis zu den Hochschulen müsse der Bund, ihrer Meinung nach, in die Bildung investieren. "Nur so können wir dafür sorgen, dass jedes Kind die gleiche Ausbildungschance bekommt und Privatschüler nicht bevorzugt werden", sagt sie. Zudem müsse die Übernahme der Referendare gewährleistet werden. "Wir müssen der Jugend bessere Chancen geben", sagt Bundesbeamtensekretär Klaus Weber. Andernfalls lockten andere Bundesländer mit einer besseren tariflichen Bezahlung und der Verbeamtung, so die Gewerkschafterin Lindner. Ein Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern verdient im Berufseinstieg nach einem siebenjährigen Studium rund 2600 Euro Brutto. Das seien zehn Prozent weniger Verdienst im Vergleich zu einem Metallfacharbeiter, so Lindner.

Neben Lehrkräften beteiligten sich auch Mitarbeiter von Straßenmeistereien und Straßenbauverwaltung am Küstenstreik. Neben den gleichen 50 Euro plus drei Prozent Gehaltserhöhung geht es für sie um eine Gefahrenzulage von 50 Euro. Ob der Warnstreik die Arbeitgeber wachgerüttelt hat, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Die nächsten Tarifverhandlungen stehen vom 9. bis 11. März an. Am 8. März werden die Lehrkräfte erneut auf die Straße gehen.


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