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Lokales

20. September 2017 | 22:08 Uhr

Gutachter nimmt Bäume ins Visier

vom

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2011 | 06:25 Uhr

Warnemünde | Mitten in der Saison, so kritisieren Anwohner der Friedrich-Franz-Straße, werden vor ihren Haustüren Flächen rings um Straßenbäume aufgerissen -, sodass die Anzahl der Parkflächen noch knapper wird. "Kein Mensch weiß, warum um mehrere Bäume herum alles aufgebuddelt wird. Weshalb informiert man uns nicht? Warum gibt es seitens der Stadt kein Entgegenkommen bezüglich von Parkflächen?", sagt Anwohner Gerhard Struck. Schließlich stünden in der Straße auch Fahrzeuge der Anwohner und Gäste beispielsweise aus der Alexandrinenstraße oder vom Strom. "Das ist hier ohnehin schon eng. Und wenn es dann ganz arg kommt, dann dürfen wir uns auch noch über Knöllchen der Politessen ärgern", so Struck.

Einwohner fordern mehr Informationen

Der selbstständige Handwerker ahnt, dass die Buddelei etwas mit der geplanten Sanierung der Friedrich-Franz-Straße zu tun haben könnte. Und da sieht er das nächste Problem: "In der Anastasia- und in der Alexandrinenstraße sind die Bürger viel zu spät über die Vorhaben informiert worden. Wir hoffen auf eine rechtzeitige Vorstellung des Projektes, schließlich will man uns ja dafür kräftig zur Kasse bitten. Da haben wir ja wohl Mitspracherecht", fordert der Warnemünder. Er ist ebenso wie zahlreiche andere Anwohner, die lieber anonym bleiben wollen, trotz eingeworbener Fördermittel für die Straßensanierung nicht sonderlich gut auf die Stadt zu sprechen.

"Ich brauche nur an meine Veranda zu denken, für deren Fläche ich viel bezahlen soll. Und dann will man von uns auch noch Geld für die Straße, durch die sämtliche Rostocker mit ihren Gästen bummeln", sagt Struck. Da gebe es hier wohl so manchen Häuslebesitzer, der nicht wisse, wie er das alles finanzieren soll.

Den Grund für die Buddeleien rings um die Bäume, die nicht nur in der Friedrich-Franz-, sondern auch in der Dänischen und in der Kirchenstraße in diesen Tagen vorgenommen werden, nennt Heiko Tiburtius. "Wenn wir 2012 diese Straßen sanieren wollen, müssen wir einen Projektvorlauf schaffen. Die Erfahrungen in der Alexandrinen- und in der Anastasiastraße haben uns gelehrt, dass wir nicht mit Planungen beginnen sollten, solange nicht klar ist, in welchem Zustand sich die Bäume befinden", sagt der Leiter des Tief- und Hafenbauamtes. Deshalb werden jetzt in den genannten drei Straßen Aufgrabungen durchgeführt. Erwartet wird der Baumexperte Prof. Dr. Dirk Dujesiefken. Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein für holzbiologische Baum analysen, Baumpflege und -sanierung vom Institut für Baumpflege Hamburg wird sich die Bäume und ihre Wurzeln anschauen und in etwa drei Wochen seine Expertise vorlegen.

Allerdings müssen die Anwohner so lange nicht mit den aufgegrabenen Flächen leben. "Spätestens Mitte nächster Woche wird der Baubetrieb die Löcher schließen", versichert Tiburtius. "Wir müssen diese Arbeiten jetzt in der Saison durchziehen. Würden wir die Suchschachtungen im September durchführen, dann hätten wir die Ergebnisse im Oktober oder November vorliegen und könnten erst dann mit den Planungen beginnen. Zu spät, um im zeitigen Frühjahr mit der Straßensanierung zu starten", sagt der Amtsleiter. Er bittet um Verständnis für vorübergehende Einschränkungen. Doch er macht auch klar: "Wir werden bis 2015 alle geplanten Straßen sanieren. Schließlich haben wir als Stadt auch Pflichten hinsichtlich der Verkehrsanlagen."

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