zur Navigation springen
Güstrower Anzeiger

21. Oktober 2017 | 12:40 Uhr

Flughafen : Zwischen Frust und Verständnis

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Jahrestagung der Lärmschutzkommission gestern auf dem Fliegerhorst in Laage / Bürger beklagen Fluglärm und Tiefflüge

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 06:10 Uhr

Fliegen verursacht Lärm, darin waren sich alle bei der Jahrestagung der Lärmschutzkommission gestern Nachmittag auf dem Fliegerhorst einig. Für die einen ist es ein notwendige Übel, das man im Rahmen der Erfüllung der Auftrages des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“, so gering wie möglich halten möchte. Für die anderen ist es unerträglich und inakzeptabel.

Bodo Weiß konnte haarklein aufzählen an welchem Tag um welche Uhrzeit Eurofighter aus seiner Sicht zu tief über Striesdorf geflogen sind und einen Höllenlärm dabei verursachten. Bastian Weiß beklagte sich über die Festlegung der Lärmschutzbereiche. Keines der Dörfer befinde sich innerhalb der Zonen. Unzufrieden äußerten sich Vater und Sohn über die Arbeit des Luftfahrtamtes der Bundeswehr mit der Flug- und Informationszentrale in Köln. Über das Bürgertelefon 0800 8620730 kann sich hier jeder beschweren. Rund 7000 Beschwerden, so hörten die Tagungsteilnehmer – Bürgermeister und Bürger aus den umliegenden Kommunen – von Major Sascha Greuel, gehen jährlich ein. Im Nordosten der Republik waren es im vergangenen Jahr 76 Beschwerden von 50 Bürgern, in diesem Jahr bisher 42 Beschwerden von 24 Bürgern. Diese kämen in erster Linie aus dem Bereich südöstlich des Flugplatzes sowie aus den Regionen um Rostock und südlich von Güstrow. Greuel versprach Bodo Weiß bei Übermittlung der von ihm aufgeführten Tiefflüge detaillierte Untersuchungsergebnisse.

Bürgermeisterin Angelika Exler (Hohen Sprenz), bat darum, ob beim Drei-Runden-Flugbetrieb die Starts ab 13 Uhr um eine Stunden nach hinten verlegt werden könnten, um eine Mittagsruhe bis 14 Uhr zu erreichen. Kommodore Oberst Bernhard Teicke versprach eine Prüfung, merkte aber an, dass dies im Winterhalbjahr schwierig sei. Früh schon wird es dunkel.

Zuvor hatte der Kommodore des Geschwaders darüber informiert, dass er den Wunsch nach Entlastung aus Hohen Sprenz – auf der Tagung im vergangenen Jahr vorgetragen – nicht erfüllen kann. Eine Verlegung der Platzroute nach Norden würde Kronskamp und Laage deutlich mehr belasten. Dies sei keine Lösung, so Teicke.

Die Zahl der Einsätze, so informierte der Kommodore, sei seit drei Jahren relativ konstant. Auch wenn das Geschwader im nächsten Jahr neben der fliegerischen Aus- und Weiterbildung für die 2. Staffel einen Einsatzauftrag und damit drei oder vier Jagdflugzeuge mehr erhalte, so werde sich am Umfang des Flugbetriebes nicht viel ändern. Mit einem erhöhten Flugbetrieb sei 2016 im Mai während der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) in Berlin – der militärische Flugbetrieb für die ILA wird von Laage aus geführt – und während der Übung „Jawtex“ im Juni. Noch in diesem Jahr sei während eines Jugendpressekongresses am 28. November mit mehr Flugverkehr zu rechnen.

Übrigens entfallen bei den Flugbewegungen nicht mehr als 26 Prozent auf militärische Luftfahrzeuge. 74 Prozent sind zivile Maschinen. Insbesondere das Landetraining hatte in diesem Jahr für Unverständnis bei den Bürgern gesorgt (SVZ berichtete). Im nächsten Jahr, so kündigte Oliver Damer, Verkehrsleiter des zivilen Airports, werde sich die Zahl dieser Trainingsflüge verringern, weil nach seinen Information ein Teil davon nach Nordamerika verlegt werde. Bei Linien- und Charterflügen erhoffe man sich dagegen eine Steigerung im nächsten Jahr. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen