Meisterjubiläum : Zweiter Meistebrief 50 Jahre alt

Güstrower Klaus Bartels ist Klempner- und Installateur-Meister

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04. August 2015, 01:34 Uhr

Ein Meistertitel genügte Klaus Bartels (77) für seine Arbeit nicht. Der Güstrower legte nach seinem Meister als Klempner auch noch den Installateur-Meister ab. In diesen Tagen jährt sich diese Prüfung zum 50. Mal.

Nachdem Klaus Bartels 1963 den Titel Klempnermeister tragen durfte, wollte er auch Lehrlinge ausbilden. „Das ging aber nicht für das Installateur-Handwerk“, erzählt der 77-Jährige. Dafür bedurfte es einer weiteren Qualifikation, denn während Klempner für Dachrinnen, Einfassungen und Fensterbleche zuständig waren, gehörte der gesamte Gas-, Wasser- und Sanitärbereich zu den Aufgaben der Installateure. Also setzte sich Klaus Bartels nochmals auf die Schulbank und legte 1965 eine weitere Prüfung ab. Damit war er dann auch befugt, Lehrlinge in beiden Bereichen auszubilden. Zeitweise beschäftigte er drei Gesellen gleichzeitig.

In Danzig ist Klaus Bartels 1937 geboren. Acht Jahre später kam er zuerst nach Tolzin und dann nach Güstrow. Als er mit der Schule fertig war, wollte er eigentlich Kfz-Schlosser werden. „Hier war keine Stelle frei und mir wurde angeraten, Klempner zu werden“, erinnert er sich. Darunter habe er sich nicht viel vorstellen können, doch letztlich sei es der Beruf für ihn geworden, in dem er sich voll engagiert habe.

Die Ausbildung zum Klempner absolvierte Klaus Bartels bei Wilhelm Breitenbach in der Mühlenstraße. Dort blieb er nur ein Jahr, arbeitete kurzzeitig im Kfz-Karosseriebau. „Das hing mit meinem Sport zusammen“, sagt der 77-Jährige. Über Jahrzehnte war er bei BSG Lokomotive Güstrow im Hockey aktiv und brauchte viele Freistellungen, um trainieren und die Spiele in der Verbandsliga, der höchsten Klasse in der DDR, bestreiten zu können. Dann konnte Klaus Bartels im Volkseigenen Betrieb (VEB) Bau im erlernten Beruf weiter arbeiten.


Ziel war die Selbstständigkeit


Auf Privatinitiative absolvierte er zwei Meisterausbildungen. Noch einige Jahre war er als Meister im Betrieb tätig. „Mein Ziel war aber die Selbstständigkeit“, sagt Klaus Bartels. Nach zweimaliger Ablehnung klappte es dann endlich im August 1964. Er eröffnete seinen Geschäftssitz am Pferdemarkt 50. Die ersten Jahre arbeitete der zweifache Meister allein. „Das Handwerk wurde nicht so gefördert und es war schwierig, Arbeiter und Lehrlinge einzustellen“, erzählt er. Nach einigen Jahren habe es dann eine Erleichterung in dieser Hinsicht gegeben. Doch ein Problem gab es immer noch. Material sei nur auf Zuteilung zu bekommen gewesen. Da habe viel improvisiert werden müssen, meint Klaus Bartels. Die Mitarbeiter seien darauf spezialisiert gewesen, aus nichts etwas zu machen.

Ehefrau Marianne, mit der er inzwischen 55 Jahre verheiratet ist, unterstützte ihn von Anfang an vor allem in der Abrechnung. Alles noch ohne Computer.

Vor der Wende habe es im damaligen Kreis Güstrow 13 Handwerksbetriebe gegeben, die Installateur- und Klempnerarbeiten ausführten. „Nach der Wende sind es sprunghaft mehr geworden“, erzählt der auch schon immer ehrenamtlich im Handwerksbereich engagierte Meister. Seit 1975 arbeitete er im Vorstand seiner Berufsgruppe in der Handwerkskammer mit und war noch bis 2002 Mitglied im Vorstand des Landesinstallateur-Ausschusses für Gas und Wasser.

Zahlreiche Auszeichnungen konnte er für sein Engagement entgegen nehmen. 1987 das Ehrenzeichen des Handwerks in Bronze war die erste, 2012 erhielt er die Ehrennadel der Handwerkskammer Schwerin in Gold und wurde zweimal Ehrenobermeister. Eine herausragende Ehrung war für ihn auch die Verleihung des Handwerksabzeichens mit vergoldetem Mittelfeld vom Zentralverband des Deutschen Handwerks Berlin oder der Empfang beim Ministerpräsidenten des Landes M-V anlässlich des Tages des Ehrenamtes.

Klaus Bartels ist auch heute kein Müßiggänger. „Nur zu Hause sitzen, ist mir zu langweilig“, erzählt der Ruheständler. Hin und wieder sei er Zuschauer bei „seinem“ Sport.  


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